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Lufthansa: Es braucht ein positives Signal für die Belegschaft

  • Die Lufthansa musste vom deutschen Staat in der Corona-Krise finanziell unterstützt werden.
  • Nun sollen allein in Deutschland 10.000 Arbeitsplätze wegfallen.
  • Doch Konzernchef Carsten Spohr wird an Zugeständnissen mit Signalwirkung für die Mitarbeiter nicht vorbeikommen, kommentiert Frank-Thomas Wenzel.
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Frankfurt am Main. Langsam werden die Ausmaße der Aufgabe deutlich, die Lufthansa-Chef Carsten Spohr vor der Brust hat. Das einst hochlukrative Geschäft mit Dienstreisenden wird künftig erheblich kleiner ausfallen. Die Lufthansa muss sich ins hart umkämpfte Tourismusgeschäft stürzen und trifft dort auf Rivalen (Ryanair, Easyjet), die neue Dimension in puncto Effizienz erschlossen haben (oft auf Kosten der Beschäftigten).

Um handlungsfähig zu werden, muss die Abhängigkeit vom Staat, der die Airline-Gruppe gerettet hat, so schnell wie möglich abgebaut werden. Dafür müssen Investoren gefunden werden, die bereit sind, einige Milliarden Euro locker zu machen. Die lassen sich aber nur überzeugen, wenn Gewinne und damit hohe Dividenden locken. Und das von einem Unternehmen, das fast anderthalb Jahre unverschuldet im Koma lag.

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Die Verhandlungen treten seit Monaten auf der Stelle

Was macht Spohr in dieser Situation? Er zeichnet das denkbar positivste Bild mit hellen, leuchtenden Farben. Ihm bleibt auch nichts anderes übrig. 2024 soll die Lufthansa ähnlich profitabel wie im Rekordjahr 2017 sein. Dieses Versprechen kann er nur einlösen, wenn es ihm gelingt, die Kosten des Konzerns massiv zu senken, auf ein Niveau von Ryanair und Easyjet. Entscheidend wird dabei der Stellenabbau.

Allein in Deutschland sollen 10.000 Arbeitsplätze wegfallen. Die Verhandlungen treten seit Monaten auf der Stelle. Sie sind paradoxerweise so schwer, weil jetzt die Nachfrage wieder anzieht. Die Arbeitnehmervertreter warnen mit Recht vor einem überzogenen Jobabbau.

Wenn Spohr die Dinge zügig vorantreiben will – und das muss er – dann kommt er an Zugeständnissen mit Signalwirkung nicht vorbei. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen?

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