Strategiewechsel oder Aprilscherz? Was es mit Volkswagens Umbenennung auf sich hat

  • Der Volkswagen-Konzern plant, in den USA unter einem neuen Namen anzutreten.
  • Demnach sollen Elektrofahrzeuge der Wolfsburger künftig als Voltswagen verkauft werden.
  • Das hat die US-Zentrale des Konzerns nun bestätigt - auch wenn es wohl vor allem ein Marketing-Gag sein dürfte.
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Bei Volkswagen hat man schon länger ein Faible für Wortspiele - spätestens mit der vorübergenden Umbenennung von Wolfsburg in „Golfsburg“ haben das die Wolfsburger vor einigen Jahren unter Beweis gestellt. Nun zieht der US-Ableger des Konzerns nach: Volkswagen soll jenseits des Atlantiks künftig „Voltswagen“ heißen. Jedenfalls erklärte das die US-Zentrale in einer nun erschienenen Pressemitteilung.

Entsprechende Gerüchte gab es schon in der Nacht, als mehrere US-Medien unter Berufung auf Insider über die Pläne berichteten. Volkswagen - beziehungsweise Voltswagen - wolle so sein Image als Hersteller von Elektroautos stärken, schrieb etwa die Nachrichtenagentur Associated Press (AP).

Offizielle Pressemitteilung: Volkswagen wird zu Voltswagen

„Heute enthüllt die Volkswagen Group of America, dass sie offiziell den Namen ihrer US-Marke von Volkswagen zu Voltswagen ändert“, heißt es jetzt in einer Pressemitteilung. Volt ist eine Maßeinheit für elektrische Spannung - und wenig überraschend will der US-Konzern die Entscheidung als Bekenntnis zur Zukunft von Elektroautos verstanden wissen.

Volkswagen wolle Elektroautos für Millionen, nicht für Millionäre bauen, so US-CEO Scott Keogh weiter - eine Kampfansage an Konkurrent Tesla. Dem will VW in den USA mit dem bald anstehenden Marktstart des ID.4 zu Leibe rücken. Das soll in den kommenden Monaten von einer aufwändigen Umgestaltung der Marke begleitet werden, heißt es in der Pressemitteilung.

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„Interessante Idee“, heißt es in Wolfsburg

Wie ernst VW die Umbenennung auf Dauer meint, bleibt indes abzuwarten. „Eine interessante Idee“ ist das einzige, womit sich Pressesprecher der deutschen Konzernzentrale zitieren lassen wollen. Eigentlich ist aber kaum vorstellbar, dass der US-Vorstoß nicht bis ins letzte Detail mit den hunderten Mitarbeitern der Pressestelle in Wolfsburg abgesprochen wurde.

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Denen dürfte in den vergangenen Wochen schmerzlich bewusst geworden sein, dass es theoretisch auch ohne sie geht: Tesla-Chef Elon Musk verzichtet auf eine Pressestelle, bewirbt seine Innovationen im Alleingang - und punktete zuletzt, als die Umbenennung seiner CEO-Position in „Technoking“ weltweit Schlagzeilen machte.

Gut möglich also, dass das die Wolfsburger Wortspieler nicht auf sich sitzen lassen wollten. Und ein klares Bekenntnis zur E-Mobilität kommt dem immer noch vom Dieselskandal geplagten Konzern wohl entgegen. In dem Sinne ist die schlagzeilenträchtige Umbenennung in „Voltswagen“ mit Sicherheit gute PR - bei deren Einordnung ein Blick auf den Kalender hilft. Denn am Donnerstag ist der 1. April.

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