Start der Bau-Tarifrunde: Gewerkschaft hofft auf deutliche Verbesserungen

  • Branchen wie das Gastgewerbe, der Einzelhandel oder die Kulturbetriebe spüren die Auswirkungen der Corona-Krise deutlich.
  • Im Vergleich dazu läuft es für Bauunternehmer noch ganz passabel.
  • In der Tarifrunde fordern die Beschäftigten mehr Geld – die Arbeitgeber warnen vor sinkenden Umsätzen.
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Berlin. Nach jahrelangem Bauboom beginnen die Tarifverhandlungen der Branche an diesem Dienstag (9.30 Uhr) mitten in der Corona-Krise. Die Industriegewerkschaft Bauen-Agar-Umwelt (IG BAU) geht von weiter guten Geschäften aus. Sie fordert deutliche Einkommensverbesserungen für die rund 850.000 Beschäftigten.

Arbeitgeber: Weniger Aufträge und sinkender Umsatz

Die Arbeitgeber zeichnen ein anderes Bild: Der Branchenumsatz werde real sinken, weil vor allem Firmen und die öffentliche Hand in der Corona-Krise weniger bauten. Allein im Wohnungsbau sieht es demnach noch nach einem stabilen Geschäft aus.

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Man könne sich glücklich schätzen, wenn die Bauwirtschaft dieses Jahr denselben Umsatz mache wie im vergangenen – was real einem Minus von drei Prozent entspreche, wenn man Preissteigerungen herausrechne. So kommentierte der Zentralverband Deutsches Baugewerbe seine Prognose, die er pünktlich zum Verhandlungsbeginn aktualisiert hat.

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Die Umsätze könnten aber auch noch etwas schwächer ausfallen. Aufträge in deutlichem Umfang seien storniert worden. Zudem verringerten sich die Profite, weil es Geld koste, die Corona-Regeln einzuhalten.

Gewerkschaft fordert Wegegeld und Lohnerhöhung

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Die IG BAU dringt beim Auftakt in Berlin auf ein Lohnplus von 6,8 Prozent, mindestens aber 230 Euro monatlich. Außerdem soll es ein Wegegeld für die Anreisezeit zur Baustelle geben. Die Arbeitgeber sind konkret auf die Forderungen noch nicht eingegangen. Weitere Verhandlungstermine sind im Juni vorgesehen.

Es dürfte wieder keine einfache Runde werden. Vor zwei Jahren ging der Konflikt in die Schlichtung. Der Schlichterspruch des ehemaligen Bundeswirtschaftsministers Wolfgang Clement brachte den Beschäftigten kräftige Lohnerhöhungen. Im Westen waren es 5,7 Prozent, im Osten insgesamt sogar 7,4 Prozent. Außerdem gab es in beiden Fällen Einmalzahlungen.

RND/dpa

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