Quartalszahlen: Biontech wächst, schreibt aber weiter rote Zahlen

  • Biontech entwickelt einen der derzeit vielversprechendsten Impfstoffe gegen das Coronavirus.
  • Davon profitiert das Mainzer Unternehmen auch wirtschaftlich: Die Umsätze sind zuletzt deutlich gestiegen.
  • Trotzdem schreibt das Unternehmen erstmal weiter rote Zahlen.
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Das deutsche Biotechunternehmen Biontech hat schon am Montag zusammen mit dem US-Pharmakonzern Pfizer für Schlagzeilen gesorgt. Die Mainzer hatten zum Wochenauftakt ermutigende Zwischenergebnisse zu ihrem Corona-Impfstoff vorgelegt. Ihr Impfstoff biete einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor der Krankheit Covid-19, erklärten die beiden Unternehmen. Biontech und Pfizer wollen nach eigenen Angaben voraussichtlich schon ab der kommenden Woche die Zulassung bei der US-Arzneimittelbehörde FDA beantragen. Es könnte der Durchbruch für einen Corona-Impfstoff sein.

Deutliche Umsatzsteigerung wegen Pfizer-Kooperation

Einen Tag später, am Dienstag, legte nun Biontech seine Bilanz für das dritte Quartal vor und konnte ein weiteres Mal gute Nachrichten mitteilen. Das Unternehmen, das in der Straße „an der Goldgrube“ in Mainz seinen Firmensitz hat, konnte demnach im Vergleich zum Vorjahreszeitraum seinen Umsatz deutlich steigern. Für die neun Monate bis zum 30. September 2020 ergab sich den Angaben zufolge ein Gesamtumsatz von 136,9 Millionen Euro, verglichen mit 80,6 Millionen Euro für den Vorjahreszeitraum. Maßgeblich dafür verantwortlich sind die Kooperationen mit Pfizer und Fosun Pharma im Rahmen des BNT162 Impfstoffprogramms gegen COVID-19.

Derweil stiegen auch die Forschungs- und Entwicklungskosten. Für das dritte Quartal 2020 betrugen die Kosten für Forschung und Entwicklung 227,7 Millionen Euro gegenüber 50,4 Millionen Euro für das vergleichbare Vorjahresquartal. Für die ersten neun Monate 2020 beliefen sich die Kosten für Forschung und Entwicklung auf 388,0 Millionen Euro, verglichen mit 161,0 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

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Spahn will Liefervertrag für Corona-Impfstoff
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Deutschland wolle sich insgesamt bis zu 100 Millionen Impf-Dosen sichern, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.  © Reuters

Fast eine Milliarde Euro an liquiden Mitteln

Unter dem Strich hat Biontech deshalb Verlust gemacht: Minus 210,0 Millionen Euro im dritten Quartal, nach einem Verlust von 30,1 Millionen Euro im Vorjahresquartal, stehen in den Büchern. Im aktuellen Geschäftsjahr muss wiederum Biontech bisher per Ende September mit einem Fehlbetrag von 351,7 Millionen Euro auskommen, nach 120,9 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Dem gegenüber stehen jedoch Zuschüsse in Höhe von bis zu 375,0 Millionen Euro an meilensteinbasierter Förderung durch das Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Da die Finanzierung der Zuwendung nach dem Quartalsende erfolgt und auch auf Inanspruchnahme basiert, ist diese Finanzierung nicht in den liquiden Mitteln zum 30. September 2020 enthalten, so das Unternehmen. Zu diesem Zeitpunkt betrugen laut Biontech die liquiden Mittel des Unternehmens 990,5 Millionen Euro.

All das sind aber womöglich kleine Beträge, im Vergleich zu dem, was Biontech erwartet, wenn der Impfstoff erfolgreich sein sollte: Medienberichten zufolge winken den Mainzern dann allein von Pfizer Zahlungen in Höhe von 750 Millionen Euro. Eventuelle Gewinne sollen außerdem zwischen Pfizer und Biontech aufgeteilt werden.

Biontech-Aktienkurs steigt weiter

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An der Börse wurde die Bilanz gut aufgenommen. Der Aktienkurs von Biontech verteuert sich nach der Zahlenbekanntgabe um mehr als 7 Prozent auf 95,28 Euro, nachdem er bereits gestern mit einem Plus von 15 Prozent den Handel beendet hatte.

RND/casc/dpa

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