Star-Ökonom Piketty fordert: 120.000 Euro für alle

  • Der Ökonom Thomas Piketty sorgt mit einem radikalen Vorschlag für Aufmerksamkeit.
  • Mit einer universellen Erbschaft will er gegen die Ungleichheit vorgehen.
  • Eine neue Studie dagegen behauptet: Die Einkommens- und Vermögensverteilung in Deutschland ist stabil.
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Köln/Berlin. Der linken Vordenker und Ökonomen Thomas Piketty hat einen radikalen Vorschlag zur Umverteilung des Reichtums in der Gesellsschaft gemacht: Er schlägt laut “Spiegel” und “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung” vor, dass jeder Erwachsene zum 25. Geburtstag ein staatliches Geschenk von 60 Prozent des Durchschnittsvermögens erhält.

Das wären in Deutschland den Angaben zufolge 120.000 Euro. Mit dem Geld - einer einmaligen Erbschaft - könne eine Immobilie angezahlt, etwas gegründet oder eine Ausbildung finanziert werden. Das Geld dafür solle aus Einnahmen einer Vermögensteuer von bis 90 Prozent kommen. In Kürze erscheint ein neues Buch des Bestsellerautors auf Deutsch.

Neue Studie: Bemerkenswert stabile Einkommens- und Vermögensverteilung

Zur Verteilung der Einkommen und Vermögen in Deutschland gibt es seit Jahren unterschiedliche Ansichten. Als weitgehend unstrittig gilt, dass bis zum Jahr 2005 die Ungleichheit stark zugenommen hatte. Über die Folgejahren herrscht dagegen Dissens. So hatte etwa das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung in einer im Herbst 2019 vorgelegten Studie ermittelt, dass sich die Schere zwischen Wohlhabenden und unteren Einkommensgruppen in den vergangenen Jahren weiter geöffnet habe.

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Eine aktuellen Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) kommt dagegen zu dem Ergebnis, dass die Ungleichheit bei Einkommen und Vermögen in den vergangenen Jahren in Deutschland nicht weiter zugenommen hat. Seit dem Jahr 2005 schwanke die Ungleichheit in den verfügbaren Haushaltseinkommen auf einem nahezu unveränderten Niveau und sei nach aktueller Datenlage im Jahr 2017 auch nicht signifikant höher als im Jahr 2009.

RND/dpa

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