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Wirtschaftskraft, Arbeitsmarkt und Lebensqualität

Ranking von Städten und Kreisen: Der Norden entwickelt sich dynamischer als der Süden

Der Norden holt in der Lebensqualität auf. Das hat das Regionalranking der Wissenschaftler des Forschungsunternehmens IW Consult für alle 400 Landkreise und kreisfreien Städte in Deutschland ergeben, in dem sich der Erfolg und die Entwicklung der jeweiligen Region angesehen wurde. Die Ökonomen prüften insgesamt 14 verschiedene und gewichtete Indikatoren, die sich thematisch in die drei Cluster Wirtschaftsstruktur, Arbeitsmarkt und Lebensqualität aufteilen lassen.

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Zu den Indikatoren zählen unter anderem wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, Kaufkraft, Arbeitslosigkeit, Altersdurchschnitt, Ärztedichte, der Anteil hochqualifizierter Beschäftigter, Kriminalitätsraten, Verschuldung sowie Zu- und Abwanderung.

Süddeutsche Regionen derzeit noch führend

Das Ergebnis für das derzeitige Niveau zeigt das erwartete Bild: Vorn liegen wie in der Vergangenheit Regionen aus Bayern und Baden-Württemberg. Der Landkreis München belegt auch in diesem Jahr den ersten Platz. Der Main-Taunus-Kreis folgt auf Platz zwei, die Stadt München auf Platz drei. Schlusslichter des Rankings sind Gelsenkirchen, Duisburg und Bremerhaven.

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Die gute Platzierung des Landkreises München gehe auf exzellente Bedingungen für die lokale Wirtschaft zurück, die eine hohe Kaufkraft und eine geringe Arbeitslosigkeit in der Region begünstigen, heißt es in der Studie. Die Nähe zu Universitäten führe zu einem hohen Beschäftigungsanteil Hochqualifizierter und einer überdurchschnittlich hohen Beschäftigung von Frauen.

Zu den Top 20 zählen insgesamt 13 bayerische Kreise und kreisfreie Städte. Erlangen (Platz fünf) beispielsweise punktet mit einer leistungsfähigen Wirtschaftsstruktur. „Der Fokus auf medi­zinische Forschung und Innovationen (Medical Valley) ist ein Magnet für hochqualifizierte Beschäftigte und wissensintensive Dienstleistungen“, schreiben die Studienautoren.

Ähnlich ist die Lage in der kreisfreien Stadt Coburg, die Rang sieben erreicht. Dazu heißt es: „Versicherungen und besonders Automobilzulieferer sowie Werkzeugbau und kunststoff­verarbeitende Industrien verleihen dem Standort eine hohe Wirtschafts- und Steuerkraft.“ Auch der Main-Taunus-Kreis (Rang zwei) zählt zu den Regionen mit dem höchsten Standard. Der Hochtaunuskreis erreicht mit Rang acht ebenfalls die Top Ten.

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Der Blick auf die Entwicklung ist entscheidend

Doch der alleinige Blick auf die gegenwärtige Lage kann trügerisch sein. Tatsächlich stehen viele Regionen in Deutschland vor einem tiefgreifenden Strukturwandel. Mancherorts geht es schwerpunktmäßig um den Abschied von der Kohle, andernorts um die industrielle Umstellung von Verbrennermotoren auf E‑Mobilität und in wieder anderen Regionen herrscht Werftenkrise. Unter Fachkräftemangel, Lieferengpässen und einer Flucht aus der Provinz in städtische Gegenden haben zudem alle zu leiden. Und auch die Digitalisierung verlangt starken wie schwachen Regionen noch immer viel ab.

Gerade in bewegten Zeiten ist der Blick auf die Entwicklung das Entscheidende. Im Dynamik-Ranking positionieren sich der bislang eher schwache Westen und Norden sowie der Großraum Berlin-Brandenburg vorne, während der bislang starke Süden Deutschlands unterdurchschnittlich abschneidet. Das zeigt der zweite Teil des Rankings, der sich mit der jüngeren Entwicklung der Kreise und Städte befasst.

Am besten entwickelt hat sich demnach Kiel (Schleswig-Holstein). Die Hafenstadt weist in den vergangenen Jahren die beste Entwicklung der Lebensqualität auf. Auf den Plätzen zwei und drei folgen der Landkreis Tirschenreuth (Bayern) und die Stadt Speyer (Rheinland-Pfalz).

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Eine positive Entwicklung zeigen auch Wuppertal und Dortmund: Trotz einer schwächeren Ausgangsbasis zählen sie zu den zehn dynamischsten Regionen Deutschlands. Die beiden Städte belegen zwar nur Rang 378 beziehungsweise 364 im Niveau-Ranking, konnten aber zuletzt positive Kräfte freisetzen und sich so besonders dynamisch entwickeln.

Entwicklung ist von jedem Ausgangsniveau möglich

Vergleicht man die Bewertung in den Bereichen Niveau und Dynamik miteinander, zeigt sich, dass sowohl derzeit schwächere als auch bereits heute starke Regionen eine gute Entwicklung aufweisen können. Tirschenreuth beispielsweise hat bereits ein gutes Niveau und konnte sich weiter verbessern. Auf der anderen Seite hat Wuppertal trotz eines bescheidenen Ausgangs­niveaus deutlich zugelegt.

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