Spritpreise bleiben weiterhin sehr niedrig

  • Die Preise für Rohöl steigen am Donnerstag wieder, nachdem führende Notenbanken mit Notfallpaketen auf die Verwerfungen an den Finanzmärkten reagiert haben.
  • Am Vortag war der Ölpreis auf den niedrigsten Stand seit 2002 gesunken.
  • Für Autofahrer hat der ADAC nach einer aktuellen Auswertung der Spritpreise eine gute Nachricht.
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München. Die Ölpreise haben am Donnerstag die Talfahrt der vergangenen Handelstage nach Notmaßnahmen führender Notenbanken im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise vorerst gestoppt.

Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 26,29 US-Dollar. Das waren 1,41 Dollar mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte WTI stieg um 2,64 Dollar auf 23,01 Dollar.

Weitere Maßnahmen der Notenbanken

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Marktbeobachter verwiesen unter anderem auf neue Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB). In der vergangenen Nacht hatte die EZB im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie ein Notkaufprogramm für Anleihen in Höhe von 750 Milliarden Euro angekündigt. Es soll dabei um Staats- und Unternehmensanleihen gehen.

Auch die japanische Notenbank schaltete sich im Kampf gegen die Virus-Folgen erneut in das Marktgeschehen ein. Die Bank von Japan bietet Geschäftsbanken des Landes weitere 4 Billionen Yen (rund 34 Mrd Euro) Liquidität an und weitet das Anleihekaufprogramm um 1,3 Billionen Yen aus. Außerdem hatte die australische Notenbank den Leitzins gesenkt und den Kauf von Anleihen angekündigt.

Am Vortag hatten die Furcht vor den konjunkturellen Folgen der Coronakrise und ein Preiskrieg der führenden Ölstaaten Saudi-Arabien und Russland die Ölpreise auf neue Tiefstände fallen lassen. Zeitweise wurde US-Rohöl für etwa 20 Dollar je Barrel gehandelt. Das ist der niedrigste Preis für amerikanisches Öl seit 18 Jahren.

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Spritpreise geben deutlich nach

Angesichts der weltweiten Coronakrise und der einbrechenden Rohölnotierungen geben die Spritpreise an den Tankstellen deutlich nach. Laut aktueller Auswertung des ADAC kostet ein Liter Super E10 im Bundesmittel 1,267 Euro, das sind 5,8 Cent weniger als in der Vorwoche. Diesel verbilligte sich um 4,1 Cent auf durchschnittlich 1,137 Euro je Liter.

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Angesichts dieser Entwicklung auf dem Rohölmarkt besteht Potenzial für weitere Rückgänge der Kraftstoffpreise. Vergünstigungen aus sinkenden Rohölnotierungen kommen dann vollständig bei den Verbrauchern an, wenn der Wettbewerb auf dem Kraftstoffmarkt dies erzwingt.

Der ADAC empfiehlt Autofahrern nach wie vor, vor dem Tanken die Preise zu vergleichen. Wer die teilweise erheblichen Preisunterschiede zwischen verschiedenen Tankstellen und Tageszeiten nutzt, spart bares Geld und stärkt zudem den Wettbewerb zwischen den Anbietern, so der ADAC. So tankt man nach einer aktuellen Auswertung des ADAC in der Regel am günstigsten zwischen 18 und 22 Uhr.

RND/dpa

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