Sommerurlaub trotz Corona – geht das?

  • Außenminister Maas dämpft Hoffnungen auf eine schnelle Tourismusrückkehr.
  • Oder gibt es einen Sommerurlaub light?
  • Sechs Korrespondenten berichten aus Österreich, Griechenland, Frankreich, Italien, Schweden und Spanien.
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Delfine in den klaren Grachten Venedigs, Riesenschildkröten an den weißen Sandstränden Floridas, Raubkatzen auf den leeren Straßen Südafrikas – es sind Bilder, die die weltweite Corona-Zwangspause zwar erst ermöglicht hat, die aber auch noch mehr Fernweh auslösen, als es gerade guttäte. In der Krisenzeit der Kontaktbeschränkungen ist an größere Reisen kaum zu denken. Trotzdem beschäftigt kaum eine Frage viele Deutsche gerade wie diese: Werden wir in den Sommerurlaub fahren können?

Jeder dritte Deutsche hat wegen der Corona-Pandemie den geplanten Sommerurlaub zwar bereits storniert oder die angedachte Buchung erst einmal verschoben, die aktuelle Umfrage von Infratest dimap für die ARD zeigt aber auch, dass immerhin 28 Prozent der Bundesbürger noch an ihren Plänen festhalten. Nur: Wie kann das gehen? Sechs RND-Korrespondenten berichten.

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Österreich: Hoffen auf Öffnung

Kärnten, “die sonnige Südseite der Alpen”. Wien, “die Stadt mit dem schönsten Boulevard der Welt” – wer seinen Sommer in Österreich plant, stößt schon bei der Recherche auf Vielversprechendes. Doch ob die malerischen virtuellen Eindrücke dieses Jahr auch mit der Realität abgeglichen werden können, steht in den Sternen. Noch gilt die weltweite Reisewarnung des Auswärtigen Amtes auch für Österreich.

Hoffnung weckte eine Nachricht vom vergangenen Wochenende: Es gebe Überlegungen, die Grenzen speziell für Sommerurlauber aus Deutschland zu öffnen, sagte Österreichs Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP). Voraussetzung sei, dass sich die Corona-Lage in Deutschland weiterhin so positiv entwickle.

Dürfen Deutsche zum Urlaub einreisen? Geschlossener Grenzübergang nach Deutschland. © Quelle: imago images/Nordphoto
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Auf eine bilaterale Einigung hofft vor allem die Tourismusbranche in Österreich – sind deutsche Gäste doch mit Abstand die größte Gruppe, die Jahr für Jahr nach Österreich reist. Allein im Bundesland Tirol kamen 55 Prozent aller Urlauber 2019 aus Deutschland. Hinzu kommt, dass das Gastgewerbe, von dem fast alle Regionen Österreichs leben, durch die verkürzte Wintersaison ohnehin schon einen herben Schlag hinnehmen musste. “Wenn auch die Sommersaison nicht starten kann, steht die Branche kurz vor dem Kollaps”, sagt Mario Gerber, Obmann der Fachgruppe Hotellerie in der Wirtschaftskammer Tirol. Der Tourismus sorge jährlich für einen Umsatz von bis zu zwei Milliarden Euro. “Indirekt wird hier jeder dritte Euro mit Tourismus verdient”, sagt Gerber, der selbst Hotelbetreiber ist.

Andernorts wird schon geplant, wie Tourismus in Zeiten von Corona aussehen könnte: Eine Möglichkeit, die Österreichs Hauptstadt Besuchern biete, sei das “grüne Wien”, heißt es vom Tourismusverband Wien. Die Bundesgärten wie der Schlosspark Schönbrunn seien bereits seit dem 14. April wieder geöffnet. Auch kulturelle Erlebnisse sollen bald wieder zugänglich sein: Die Bundesmuseen werden voraussichtlich Ende Juni 2020 wieder öffnen.

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Griechenland: Der Herbst soll es richten

Seit dem 22. März sind auf Weisung der Regierung alle Hotels in Griechenland geschlossen, zwei Tage später wurden auch die meisten Flugverbindungen mit dem Ausland eingestellt. Der Zutritt zu den Stränden, das Schwimmen im Meer und Wassersport sind verboten.

Wann die Beschränkungen gelockert werden, weiß niemand. Erwarteten die hellenischen Hoteliers ursprünglich, schon Ende Mai wieder die ersten Gäste begrüßen zu können, ist nun von Juli die Rede. Wirtschaftsminister Adonis Georgiadis kündigte am Montag an, die Regierung werde in den nächsten Tagen ihre Zeitpläne für die Wiederöffnung für den Tourismus vorlegen. “Ich halte die diesjährige Saison nicht für verloren”, sagte der Minister. Georgiadis dämpfte aber die Erwartungen: “Wir müssen Geduld haben, diese Krise ist wie ein Marathonlauf.”

Dass alle Hotels und Pensionen den Dauerlauf durchhalten, ist trotz staatlicher Liquiditätshilfen und Kreditbürgschaften unwahrscheinlich: Zwei von drei Hoteliers haben Angst vor einer Pleite, so eine aktuelle Umfrage im Auftrag der griechischen Hotelkammer. Fast jeder fünfte hält es sogar für “sehr wahrscheinlich”, dass er Insolvenz anmelden muss. Kein anderes Land der EU ist in so hohem Maße vom Fremdenverkehr abhängig wie Griechenland. Der Tourismus steuert fast 21 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei.

“Krise als Marathonlauf”: Souvenirläden auf Mykonos. © Quelle: Andrea Warnecke/dpa-tmn
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Die Hoffnungen der griechischen Tourismusbranche richten sich nun auf den Herbst. Tourismusminister Charis Theocharis hofft, dass es gelingen kann, die Saison bis in den Oktober und November hinein zu verlängern, um die Verluste von Frühjahr und Sommer wenigstens zum Teil auszugleichen. Theocharis hält es aber für wahrscheinlich, dass die ausländischen Urlauber neben ihrem Personalausweis auch ein Gesundheitszeugnis mitbringen müssen, aus dem hervorgeht, dass sie Covid-19-negativ sind. Überlegungen zu einer einheitlichen Regelung würden bereits in der EU angestellt, sagte der Tourismusminister.

Schweden: Ferien von Corona

Kein europäisches Land hat derzeit so lockere Corona-Regeln wie Schweden. Bis zu 50 Personen dürfen zusammenkommen, eine Lockerung dieser Regel könnte im Mai kommen. Da wird mit Herdenimmunität gerechnet für Stockholm. Unterschiedliche Regeln könnten für unterschiedliche Teile des Landes gelten, allerdings auf einem sehr freizügigen Grundniveau.

Schon derzeit dürfte Schweden wegen der großen Freiheit und weniger Verbote mitten in der Krise ein attraktives Urlaubsziel sein (zumal es reichlich Toilettenpapier gibt). Alles ist seit Beginn der Krise geöffnet geblieben, von den Bars über Restaurants bis hin zu Friseuren, Büchereien und allen Geschäften.

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Chronologie des Coronavirus
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Der Beginn des verheerenden Coronavirus war vermutlich ein Tiermarkt in Wuhan/China. In nur wenigen Wochen erreichte das Virus auch Europa.  © Gerd Höhler, Julia Rathcke, André Anwar, Dominik Straub, Martin Dahms, Birgit Holzer/RND

Gleichzeitig nehmen die pflichtbewussten Schweden die Empfehlung sehr ernst, zu Hause zu bleiben, wenn man sich auch nur leicht krank fühlt. Doch das öffentliche Leben pulsiert weiterhin, wenn auch entspannter. “Ich glaube insgesamt nicht an Verbote wie Reiseverbote oder Ausgangsverbote”, so Johan Carlson, der als Chef des Gesundheitsamtes über die Krisenmaßnahmen weitgehend mitentscheidet.

Auch in der Krankenversorgung gibt es bislang keine Engpässe. So sind auch heute schon die Grenzen geöffnet für EU-, EES- und Schweizer Bürger. Auch wenn es etwa derzeit schwer ist, einen Direktflug von Berlin nach Stockholm zu bekommen, sieht es voraussichtlich ab Mai wieder besser aus. Das hängt auch von den deutschen Regelungen ab.

Keine Kontaktsperre, offene Bars: In Schweden geht das Leben weiter. © Quelle: Anders Wiklund/TT NEWS AGENCY/dp

Für Personen außerhalb der EU und anliegende Staaten gibt es beschränkte Einreisemöglichkeiten. Die rot-grüne Regierung des populären Touristenlandes hat die Einreisebeschränkungen jedoch weniger aus eigener Überzeugung als vielmehr auf Druck des Europäischen Rates erlassen und wird sie vermutlich gern so bald wie möglich wieder aufheben. Doch wer als Nichteuropäer etwa Waren nach Schweden transportiert oder andere wichtige Anliegen hat, darf heute schon per Ausnahmeregelung einreisen.

Italien: Ideen gegen die Krise

Eigentlich hätten die italienischen Bezahlstrände an Ostern ihre Tore öffnen sollen – doch wegen der Corona-Epidemie und der strikten Kontaktsperre blieben die “stabilimenti balneari” menschenleer. Und nach wie vor hat die Regierung von Giuseppe Conte keinen Hinweis darauf gegeben, ob, wann und unter welchen Voraussetzungen die beliebten Badeanstalten in diesem Jahr ihren Betrieb werden aufnehmen können.

Um eine möglichst rasche Öffnung der Strände und Strandbäder zu ermöglichen, wurden in diesen Tagen schon die absurdesten Lösungen ersonnen. “Einige Firmen wollen Plexiglasboxen um die Sonnenliegen bauen, andere Tunnel zum Strand graben, die wir mit Desinfektionsmittel abspritzen sollen”, erklärte Mauro Vanni vom Verband der Badeanstalten in Rimini gegenüber der Lokalzeitung “Alta Rimini”. Völlig unrealistische Vorschläge. Schließlich wolle niemand mit einer Gesichtsmaske und mit Gummihandschuhen am Strand liegen – und schon gar nicht in einer Plexiglaskabine, die sich unter der Sonne aufheizt wie ein Backofen. Eines sei sicher, betonte Vanni: “Solange man sich nicht zu nahe kommen darf, kann man den Strandurlaub vergessen.”

“Strikte Kontaktsperre”: Gondeln liegen am Ufer von Venedig. © Quelle: Andrew Medichini/AP/dpa

Sergio Palazzo, Betreiber des Lido in Sperlonga etwa 100 Kilometer südlich von Rom, ist diesbezüglich sehr viel weniger pessimistisch: Die Regierung werde in den nächsten Wochen schon noch zur Vernunft zurückkehren und die Kontaktsperren zumindest an den Stränden lockern. Seiner Meinung nach würde es ausreichen, den Abstand zwischen den einzelnen Sonnenschirmen und den Liegen zu vergrößern. Für den Gang an die Bar könne man ja eine Maske aufsetzen.

Doch die Verunsicherung ist weiterhin groß unter Betreibern, Gästen und Angestellten. Schließlich sind die Strände auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor: Insgesamt gibt es in Italien rund 30.000 dieser Lidos, die in der Hochsaison im Sommer 300.000 Angestellte beschäftigen und einen Umsatz von etwa 15 Milliarden Euro erwirtschaften.

Frankreich: Absolute Ungewissheit

Kann es für deutsche Frankreich-Liebhaber in diesem Sommer bereits wieder Crêpes und Cidre in der Bretagne geben, Pastis und Fischsuppe in Marseille? Zwar wird die Ausgangssperre ab 11. Mai schrittweise aufgehoben, und ab diesem Datum sollen auch wieder die Schulen und Kindertagesstätten öffnen. Doch das gilt nicht für die Restaurants, Hotels, Cafés und Museen. Präsident Emmanuel Macron hat angekündigt, die außereuropäischen Grenzen “bis auf Weiteres” geschlossen zu halten. Was innerhalb des Schengen-Raums entschieden wird, dürfte wohl von der Entwicklung der Pandemie abhängen. In Frankreich warnt das renommierte Pasteur-Institut sogar vor einer zweiten Infektionswelle.

“Wir befinden uns in einer Phase absoluter Ungewissheit”, sagte Jean-François Rial, Vize-Präsident der Gewerkschaft für große Reiseveranstalter. “Wir wissen nicht, wann es mit dem Reisen wieder losgehen kann, vielleicht innerhalb Europas in diesem Sommer, vielleicht nicht unbedingt alle Länder.”

Leere Strände: In Saint-Malo kontrolliert die Polizei die Ausgehsperre. © Quelle: imago images/Hans Lucas

Der französische Gesundheitsminister Olivier Véran verkündete, er glaube nicht an “normale Ferien” in diesem Jahr. Dennoch ermunterten er und andere Regierungsmitglieder die Franzosen dazu, diese im eigenen Land zu machen. Ist eine Reise nach Frankreich damit auch für Deutsche denkbar? Und was für ein Urlaub wäre das: Können Restaurants oder Ausstellungen besucht werden? Bis 15. Juli sind alle Großveranstaltungen verboten. Noch ist auch der Transport massiv eingeschränkt. Doch ab Juli will Air France sein stark reduziertes Flugprogramm auf 30 Prozent seiner Kapazitäten steigern, die Bahngesellschaft plant mit der Wiederaufnahme des Fernverkehrs bis zum Sommer.

Die Umsatzverluste im Tourismusbereich dürften dem Beratungsunternehmen Protourisme zufolge im ersten Semester mehr als 30 Milliarden Euro betragen, den Flugverkehr ausgenommen. Das trifft Frankreich hart, wo der Sektor zwischen 7 und 8 Prozent des Bruttoinlandsproduktes ausmacht.

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Umweltministerin Schulze in RND-Videoschalte: "Gut, dass Fridays for Future weiterkämpft"
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Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) spricht im Interview mit RND-Hauptstadtkorrespondentin Marina Kormbaki über Klimaschutz in der Corona-Krise.  © Gerd Höhler, Julia Rathcke, André Anwar, Dominik Straub, Martin Dahms, Birgit Holzer/RND

Spanien: “Keine Katastrophe. Apokalypse”

“Mir geht’s gut, danke”, sagt Myriam Barros, Präsidentin des spanischen Zimmermädchenverbandes Las Kellys. “Gesundheitlich.” Barros lebt und arbeitet auf der Kanareninsel Lanzarote, und die Kanaren erleben gerade eine ungewöhnliche Situation. Anders als der Rest von Spanien sind sie von der Covid-19-Epidemie vergleichsweise wenig betroffen. “Wir haben seit zwei Tagen keine registrierten Neuinfektionen mehr auf Lanzarote”, sagt Barros. Dennoch werden sie auf mittlere Sicht vermutlich mehr unter der Corona-Krise leiden als die meisten anderen spanischen Regionen. Nur die Balearen trifft es ähnlich hart oder, wer weiß, noch härter.

Beide Inselgruppen leben vom Tourismus, und der Tourismus ist tot. Niemand kann vorhersagen, wann er wiederauferstehen wird. “Unser Land wird die touristische Aktivität nicht eher wieder aufnehmen, als bis es außergewöhnlich sicher ist – für die Menschen, die in Spanien leben, ebenso wie für die, die uns besuchen kommen”, sagte die spanische Finanzministerin María Jesús Montero am Freitag.

Die Spanier haben sich (manche mehr, manche weniger) in der Corona-Krise mittlerweile daran gewöhnt, möglichst nicht zu weit in die Zukunft zu schauen. Sie haben sich daran gewöhnt, dass Ministerpräsident Pedro Sánchez alle zwei Wochen die Verlängerung des Alarmzustandes um weitere zwei Wochen verkündet. Die schönste Hoffnung, die er den Spaniern bisher gemacht hat, ist die, dass Eltern mit kleinen Kindern – ganz bestimmt! – ab kommendem Montag wieder probeweise auf die Straße dürfen, nach sechs Wochen Ausgangssperre ohne Spaziergänge und Sport im Park. Neben Italien ist Spanien mit 21.000 Covid-19-Toten das am härtesten betroffene EU-Land – zumal viele weitere mutmaßliche Coronavirus-Opfer, die in Heimen oder zu Hause gestorben sind, noch nicht registriert sind.

Natürlich träumen alle vom Strandurlaub, aber eben nur zu “außergewöhnlich sicheren” Bedingungen. Und die scheinen noch sehr weit entfernt.

Jordi Mestre, Präsident des Hotelverbandes Gremi d’Hotels in Barcelona, sagte schon vor zweieinhalb Wochen, dass die Situation der Tourismusindustrie “katastrophal, um nicht zu sagen: apokalyptisch” sei. Während der letzten schweren Wirtschaftskrise ab 2008 seien die Leute immerhin auf Reisen gegangen, “wenn wir ihnen sehr gute Angebote machten”. Jetzt aber komme niemand, “selbst wenn wir ihnen das Hotel schenken”.

“Größte Krise des Tourismus”: Der Strand in Málaga ist geschlossen. © Quelle: imago images/ZUMA Wire

Dabei hat Barcelona einen Vorteil: Es liegt auf dem Festland. Wenn die Restriktionen gelockert werden, dürften sich die ersten Reisenden per Auto auf den Weg machen. Die Urlaubsziele, die nur per Flugzeug zu erreichen sind, leiden länger.

Die Regionalregierung der Balearen hat gerade versucht auszurechnen, wie stark die Wirtschaftsleistung der Inseln in diesem Jahr zurückgehen wird, und alle Zahlen sind so dramatisch, wie man sie nur aus Kriegszeiten kennt: Falls im Juni schon wieder die ersten Touristen nach Mallorca einreisen sollten, bedeutete das einen Einschnitt des regionalen Bruttoinlandsprodukts für dieses Jahr um 15,5 Prozent, falls sie im August kommen, um 21,8 Prozent. Beide Termine halten allerdings nicht wenige in Spanien für unrealistisch. Es kann alles noch schlimmer kommen.

Die Wirtschaft der Balearen hängt nach einer Schätzung des Lobbyverbandes Exceltur zu knapp 45 Prozent vom Tourismus ab, die der Kanaren zu 35 Prozent. Die Atlantikinseln sind besonders hart getroffen, weil hier jetzt gerade Hochsaison wäre, anders als im Mittelmeer, wo es erst im Sommer richtig losgeht. Die Kanarenregierung spricht vom “Kollaps” und der “größten bekannten Krise des Sektors”.

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Merkel: „Wir bewegen uns auf dünnem Eis"
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„Niemand hört es gerne, aber es ist die Wahrheit. Wir leben nicht in der Endphase der Pandemie, sondern immer noch an ihrem Anfang." sagte Merkel am Donnerstag.  © Gerd Höhler, Julia Rathcke, André Anwar, Dominik Straub, Martin Dahms, Birgit Holzer/Reuters

Viele der zurzeit Unbeschäftigten leben von Kurzarbeitergeld, viele andere haben ohne feste Anstellung gearbeitet und stehen vor dem Nichts. “Da reicht es noch nicht einmal zum Essen”, sagt Myriam Barros. Sie weiß von vielen Kolleginnen, die bei den Sozialbehörden um Hilfe bitten.

Die beste Nachricht in dieser Krise ist, dass die Regierung mit der Einführung einer nationalen Sozialhilfe Tempo macht, noch im Mai soll das Regelwerk verabschiedet werden. Barros rechnet mit einer weiteren Konsequenz der Corona-Krise: “Hier sind etliche Leute, so wie ich, auf die Inseln gekommen, weil es Arbeit im Gastgewerbe gab. Von denen werden jetzt viele wieder in ihre Heimatorte zurückkehren.” Die Kanaren – und wahrscheinlich auch die Balearen – werden Einwohner verlieren. “Etwas Gutes hat das immerhin”, sagt Barros. “Dann sinken die Mieten.”

RND

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