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Soja-Importe in Deutschland rückläufig – doch der globale Anbau wächst stark

  • Der weltweit wachsende Anbau von Soja ist vielen Umweltschützern ein Dorn im Auge, weil dafür Wälder abgeholzt werden.
  • Deutschland hat binnen 14 Jahren weniger Soja importiert – von rund 3,9 Millionen auf 2,7 Millionen Tonnen.
  • Doch nach Ansicht der Grünen reicht das nocht nicht: „So landet Regenwald im Tierfutter und im Tank.“
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Berlin. Die weltweite Anbaufläche für Soja hat in den vergangenen 15 Jahren um mehr als ein Drittel zugenommen. Im Gegensatz dazu sind die Soja-Importe Deutschlands insgesamt rückläufig – während die Fläche, auf der hierzulande Soja wächst, sich seit 2016 mehr als verdoppelt hat. Das geht einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen im Bundestag hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Der Soja-Anbau und -import, etwa für Tierfutter oder auch Bio-Kraftstoff, ist vor allem unter Umweltgesichtspunkten umstritten, weil dafür zum Beispiel in Brasilien im Amazonas-Gebiet Wälder gerodet werden.

Weltweite Anbaufläche für Soja dreieinhalb Mal so groß wie Deutschland

2004 wurde demnach weltweit noch auf 91,6 Millionen Hektar Soja angebaut. 2018 waren es schon 124,9 Millionen Hektar – ein Plus von rund 36 Prozent. Zum Vergleich: Deutschland ist etwa 35,7 Millionen Hektar groß, weltweit wird also auf einer Fläche Soja angebaut, die etwa dreieinhalb Mal so groß wie Deutschland ist. Die Produktion wächst dabei noch deutlich stärker als die Fläche, etwa durch intensivere Bewirtschaftung. Die weltweiten Einfuhren von Sojabohnen verdoppelten sich etwa von 69,2 Millionen Tonnen im Schnitt der Jahre 2005 bis 2007 auf 144,8 Millionen Tonnen 2016 bis 2019.

„Insbesondere in den Schwellenländern nahm mit steigendem Einkommen auch der Fleischkonsum deutlich zu“, schrieb das Bundeslandwirtschaftsministerium zur Erklärung und nannte dabei China als Beispiel. Deutschlands Importe von Sojabohnen gingen nach vorläufigen Angaben von rund 3,9 Millionen Tonnen 2005 auf rund 2,7 Millionen im Jahr 2019 leicht zurück. Die Einfuhr von Ölkuchen und Schroten aus Soja, die nach Ministeriums-Angaben komplett in die Tierfütterung gehen, sank im selben Zeitraum ebenfalls von rund 3 Millionen Tonnen auf 2,4 Millionen.

Grüne kritisieren Soja-Import: „So landet Regenwald im Tierfutter und im Tank.“

Aus Sicht der Grünen reicht das aber noch nicht. „Die Wälder der Erde brennen und werden abgeholzt. Die weltweite Anbaufläche für Soja war noch nie so groß“, sagte Steffi Lemke, die naturschutzpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag. „Mitverantwortlich ist auch der Anbau von Soja, das nach Deutschland importiert wird. So landet Regenwald im Tierfutter und im Tank.“ Die Waldpolitik der Bundesregierung komme bisher aber „nicht über freiwillige Selbstverpflichtungen hinaus“.

Die weltweite Anbaufläche für Soja hat in den vergangenen 15 Jahren um mehr als ein Drittel zugenommen. © Quelle: picture alliance / dpa

Für die rund 3,9 Millionen Tonnen Soja, die im Wirtschaftsjahr 2018/19 für Futtermittel nach Deutschland importiert wurden, seien rein rechnerisch eine Fläche von 1,4 Millionen Hektar erforderlich, schrieb das Ministerium, wenn man einen weltweiten Durchschnittsertrag von 2,8 Tonnen pro Hektar zugrunde lege.

Der Anbau von Soja in Deutschland wird erst seit 2016 gesondert statistisch erfasst – seitdem hat die Fläche sich aber mehr als verdoppelt. Sie wuchs von rund 16.000 Hektar im Jahr 2016 auf rund 33.000 im Jahr 2020. Zum Vergleich: Winterweizen, die wichtigste Getreidesorte, wurde zuletzt auf rund 2,8 Millionen Hektar in Deutschland angebaut.

RND/dpa

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