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Siemens legt Rekordzahlen vor und strotzt vor Selbstbewusstsein

Siemens-Chef Roland Busch.

Es gab Zeiten, da war der US-Rivale General Electric (GE) unerreichbares Vorbild. Heute grenzt es an Abfälligkeit, was Siemens-Chef Roland Busch über den US-Konzern sagt, der als Getriebener vor seiner Aufspaltung steht. „Wir sind zwei Schritte voraus“, sagt der seit Februar amtierende Vorstandsvorsitzende des deutschen Technologieriesen selbstbewusst.

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Denn ihre eigene Häutung haben die Münchner spätestens seit der Abspaltung der Energieerzeugung in Form von Siemens Energy vor Jahresfrist schon hinter sich. Die daraus resultierende Fokussierung auf digitale Wachstumsgeschäfte zahlt sich nun eindrucksvoll aus. Mehrmals hat Siemens im Geschäftsjahr 2020/21 (zum 30. September) die Prognosen nach oben korrigiert und sich am Ende noch mal übertroffen.

Um bemerkenswerte 60 Prozent ist der Jahresüberschuss am Ende auf 6,7 Milliarden Euro gewachsen. Maximal 6,2 Milliarden Euro hatten die Münchner noch im Juni angekündigt. Die Umsätze, die im Jahresvergleich um 11,5 Prozent auf gut 62 Milliarden Euro gestiegen sind, liegen damit auch um gut 5 Prozent über dem Niveau vor Ausbruch der Pandemie, betont Busch.

Siemens so viel wert wie nie

Für das laufende Geschäftsjahr 2021/22 peilte er weiteres Umsatzwachstum zwischen 5 und 8 Prozent an sowie erneut überproportionale Ergebnisverbesserungen. Preiserhöhungen auf breiter Front sollen dazu beitragen. Zudem ist mit einem vorjährigen Plus der Auftragseingänge um gut ein Fünftel auf über 71 Milliarden Euro eine ausgezeichnete Basis gelegt.

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Das wird honoriert. An der Börse ist Siemens mit 128 Milliarden Euro so viel wert wie nie. Der Wertzuwachs seit 25. September 2020 beträgt rund 45 Prozent, wobei das Vergleichsdatum nicht willkürlich ist. An dem Tag wurde Siemens Energy abgespalten.

Die fossilen Energien sorgen für Verluste – Digitales für Gewinne

Der Konzern mit fossilen Energien als auslaufendem Kerngeschäft gilt vielen als die dunkle Seite von Siemens. Über eine halbe Milliarde Euro Verlust hat er im zur Mutter parallel laufenden Geschäftsjahr 2020/21 verbucht. Dort ist Verlustminderung oberstes Ziel, wo Busch mit seinem neuerdings fokussierten Technologiekonzern in immer höhere Gewinnzonen vorstößt.

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Gut 20 Prozent operative Gewinnmarge hat im Geschäftsjahr 2020/21 die Sparte Digitalindustrie geschafft, immer noch ansehnliche knapp 12 Prozent das Geschäft mit smarten Infrastrukturen und mit gut 9 Prozent Marge hinkt das Eisenbahngeschäft nur auf den ersten Blick hinterher. Besser verdient mit Bahntechnik derzeit nämlich weltweit niemand. Zudem ist das Geschäft dort pandemiebedingt gedämpft. Im laufenden Geschäftsjahr soll die Sparte gut 10 Prozent Rendite liefern und damit wie die beiden anderen Geschäftsfelder im Rahmen bestehender Renditekorridore liegen.

Vier Euro Dividende je Aktie

Dazu kommt, dass die in der Vergangenheit stets von größeren Abbauplänen in Angst und Schrecken versetzten derzeit global 303.000 Siemensianer relativ entspannt an ihre Arbeitsplätze gehen können. Gestrichen wird nebenan bei Siemens Energy. Guter Laune dürften auch die Aktionäre sein. Zu den Kurssprüngen kommt eine um 50 Cent auf vier Euro erhöhte Dividende für 2020/21 sowie die Ankündigung, dass die nächste Dividendenerhöhung schon eingeplant ist und es nur noch um ihre Höhe geht.

„Die Trends spielen Siemens in die Hände“, betont Busch und meint damit die Digitalisierung der Weltwirtschaft, Klimaschutz und Elektromobilität. Für jeden Bereich habe sein Haus innovative Produkte immer mehr auch in Form von Software. Über die Datenwolke im Internet will Siemens solche Softwarelösungen für Industriekunden auch immer mehr nicht zum Kauf, sondern als Dienstleistung anbieten. „Wir setzen unsere Technologien im eigenen Unternehmen ein“, betont Busch und sieht Siemens als Demonstrationsobjekt für Kunden als Teil der Erfolgssträhne.

Die Vergangenheit wird indessen weiter gekappt. Das restliche knappe Viertel an Siemens Energy werde zu gegebener Zeit abgestoßen, versichert Busch. „Wir werden aber nicht unter Buchwert verkaufen“, betont er. Denn die ebenfalls im Dax notierende Aktie des dunklen Siemens-Konzerns ist aktuell nicht mehr so viel wert wie beim Börsengangs vor gut einem Jahr. Auch Randaktivitäten wie das Geschäft mit großen Antrieben, wo allein 7.000 Beschäftigte arbeiten, stehen zur Disposition. „Wir sind kein Konglomerat mehr sondern ein Technologiekonzern, der Wachstum liefert“, betont Busch voll fokussiert.

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