Neues Vergütungsmodell: Siemens plant CO₂-abhängiges Vorstandsgehalt

  • Siemens steht unter Beschuss von Umweltschützern.
  • Der Konzern könnte aber künftig beim Klimaschutz vielen Dax-Konzernen ein Beispiel sein.
  • Aktionäre entscheiden am 5. Februar über das neue Vergütungsmodell für den Vorstand.
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München. Der Münchner Siemens-Konzern will weiter konsequent daran arbeiten, als nachhaltig agierendes Unternehmen wahrgenommen zu werden. Das werden künftig auch die Vorstände des Dax-Konzerns zu spüren bekommen – und zwar direkt am eigenen Kontostand.

Nach einem Bericht der „Welt“ will Siemens-Chef Joe Kaeser demnach schon bei der am 5. Februar anstehenden Hauptversammlung die Aktionäre entscheiden lassen, wie künftig die Vorstandsgehälter geregelt werden. Die Regelung soll laut dem Bericht auch eine Komponente enthalten, die bei Deutschlands Dax-Konzernen Premiere feiert.

Die eigene CO₂-Bilanz muss stimmen

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Die Vorstandsgehälter des Unternehmens werden künftig nur steigen, je weniger CO₂ von Siemens ausgestoßen wird. Die „Welt“ berichtet weiter, dass diese Koppelung nur einen kleinen Teil der Vorstandsvergütung betreffe und diese auch nur den CO₂-Ausstoß an den eigenen Standorten und Werken berücksichtige.

Die Umweltbilanz der Siemens-Kunden sei dagegen kein Faktor, der einfließe, so der Bericht weiter. Siemens hatte die Umstellung der Vorstandsvergütung bereits Anfang Dezember verkündet. Laut dem Siemens-Vergütungsbericht 2018 bezog Vorstandschef Kaeser knapp 7 Millionen Euro, die sieben einfachen Vorstandsmitglieder bekamen jeweils rund die Hälfte als Gehalt.

Die neue CO₂-Komponente ist, so der „Welt“-Bericht weiter, Teil eines neu erstellten ESG-Nachhaltigkeitsindex, der sich aus drei gleich gewichteten Kennzahlen ergibt. ESG steht für Environment, Social und Governance.

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2030 will Siemens klimaneutral sein

Siemens war zuletzt wegen eines umstrittenen Auftrags innerhalb eines Kohlebergwerk-Projekts in Australien von Umweltschützern kritisiert worden. Der Konzern selbst sieht sich auf dem richtigen Weg und verweist in seinem Nachhaltigkeitsbericht 2019 darauf, dass bereits 60 Prozent des Stromverbrauchs der globalen Standorte von Siemens mit Ökostrom abgedeckt werden und man dem Vorhaben, bis 2030 klimaneutral zu werden, Schritt für Schritt näher komme.

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Im Geschäftsjahr 2019 hat der Konzern eigenen Angaben zufolge den CO₂-Ausstoß um mehr als 10 Prozent verringert. Seit dem Geschäftsjahr 2014 konnte Siemens demnach die Emissionen um etwa 41 Prozent reduzieren – von 2,2 Millionen Tonnen auf 1,3 Millionen Tonnen CO₂ im Geschäftsjahr 2019.

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