Sieg der Demokraten heizt Rekordjagd an den Börsen weiter an

  • Der Sieg der Demokraten im Rennen um den Senat heizt die Rekordjagd an den US-Börsen weiter an.
  • Alle wichtigen Standard- und Technologiewerte-Indizes erreichen am Donnerstag Höchststände.
  • Auch unerwartet gute Konjunkturdaten sorgen für gute Stimmung an den Handelsplätzen.
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New York. Die Freude über die jetzt klaren Verhältnisse in Washington hat die Rekordrally an der Wall Street weiter befeuert. Alle wichtigen Standard- und Technologiewerte-Indizes erreichten am Donnerstag Höchststände. Frischer Schub kam zudem von unerwartet guten Konjunkturdaten. Im Gegensatz zum Vortag griffen die Anleger aber nun vor allem bei Tech-Aktien zu, die besonders von der erwarteten Konjunkturerholung profitieren könnten. Zur Wochenmitte hatten Investoren diese Werte noch aus Furcht vor schärferen Regulierungen gemieden.

Der US-Leitindex Dow Jones Industrial stieg um 0,69 Prozent auf 31.041,13 Punkte, nachdem er im Handelsverlauf bei gut 31.193 Punkten ein Rekordhoch erreicht hatte. Für den marktbreiten S&P 500 ging es am Ende um 1,48 Prozent auf 3803,79 Punkte nach oben. Der technologielastige Nasdaq 100 schnellte um 2,51 Prozent auf 12.939,57 Zähler in die Höhe.

Tesla-Aktie erstmals über 800 Dollar

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Nachdem die US-Demokraten nun auch die Senatshoheit gewonnen haben, könnte der gewählte Präsident Joe Biden seine politische Agenda, die noch umfangreichere Konjunkturhilfen mit hohen Investitionen in die Infrastruktur vorsehen dürfte, nun leichter durchsetzen und erst einmal durchregieren.

Zudem haben auch die beiden Kongresskammern offiziell den Sieg Bidens bei der Präsidentschaftswahl zertifiziert, nachdem am Vortag aufgebrachte Trump-Anhänger mit dem Sturm auf das Kapitol das politische Zentrum der USA zeitweise in ein beispielloses Chaos gestürzt hatten. Mit der Bestätigung des Biden-Wahlsiegs und der von Donald Trump angekündigten geordneten Machtübergabe weicht nun Beobachtern zufolge die Unsicherheit aus den Märkten.

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Von Seiten der Konjunktur zeigte sich die Stimmung der US-Dienstleister Ende des vergangenen Jahres trotz einer Verschärfung der Corona-Krise unerwartet robust. Zudem gingen die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe überraschend etwas zurück.

Mit Blick auf die Einzelwerte hievte die nahezu ungebremste Rekordjagd der Aktien von Tesla die Papiere des Elektroautobauers erstmals über 800 US-Dollar. Für Schub sorgte diesmal eine positive Analystenstudie: Der RBC-Experte Joseph Spak machte keinen Hehl daraus, dass er das Potenzial der Anteilsscheine bislang „komplett falsch“ eingeschätzt habe. Spak schrieb, er habe unterschätzt, wie sehr die jüngste Kursrallye es Tesla erleichtere, zu günstigen Konditionen frisches Kapital einzusammeln. Die Aktien gewannen am Ende rund acht Prozent.

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Apothekenkette Walgreens Boots Alliance an der Dow-Spitze

Von der Dow-Spitze grüßten die Papiere von Walgreens Boots Alliance mit einem Plus von mehr als fünf Prozent. Die Apothekenkette hatte mit ihren Quartalszahlen die Erwartungen übertroffen.

Die Aktien von American Express aber büßten mehr als ein Prozent ein. Mehrere US-Behörden prüfen einem Medienbericht zufolge, ob beim Verkauf von Kreditkarten von American Express an Firmenkunden alles mit rechten Dingen zuging. In dem Bericht des „Wall Street Journal“ wird eine Sprecherin mit der Aussage zitiert, dass es bei dem Unternehmen „robuste“ Richtlinien und Kontrollen gebe und Fehlverhalten „nicht toleriert“ werde.

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RND-Videoschalte zu den Unruhen in Washington: „Trump ist nicht mehr steuerbar“
6:44 min
Die Bilder aus Washington waren verstörend. Welche Folgen die Unruhen noch haben könnten, schätzt US-Korrespondent Karl Doemens in der Videoschalte ein.  © RND

Für die Anteilscheine von Bed Bath and Beyond ging es gar um rund elf Prozent nach unten. Der auf Bäder und Küchen spezialisierte Einzelhändler hatte mit seinem jüngsten Zahlenwerk die Anleger enttäuscht.

Der Euro konnte seinen Höhenflug vorerst nicht weiter fortsetzen und notierte bei 1,2276 US-Dollar unterhalb seines kürzlich erreichten Mehrjahreshochs. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,2276 (Mittwoch: 1,2338) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8145 (0,8105) Euro.

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US-Staatsanleihen litten unter der Rekordparty an der Wall Street: Der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) fiel um 0,26 Prozent auf 136,88 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Anleihe lag bei 1,08 Prozent.

RND/dpa

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