Saudi-Arabien konstruiert 170 Kilometer lange Millionenstadt – ohne Autos

  • Am Rande des Roten Meeres will Saudi-Arabien die hochmoderne Millionenstadt Neom bauen.
  • Das Besondere: Es wird dort keine Autos und Straßen geben.
  • Schon im ersten Quartal 2021 soll mit den Bauarbeiten begonnen werden.
Laura Beigel
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Riad. Es klingt wie die perfekte Kulisse eines Science-Fiction-Films: eine Stadt, in der es keine Autos und Straßen gibt, angetrieben von künstlicher Intelligenz und sauberer Energie. Genau so ein Ort soll im Nordwesten Saudi-Arabiens, am Rande des Roten Meeres und in direkter Nähe zu Ägypten und Jordanien, entstehen.

Baubeginn ist im ersten Quartal 2021

„The Line“ heißt das Projekt, das Kronprinz Mohammed bin Salman am vergangenen Sonntag im staatlichen Fernsehen präsentierte. Mit dem Bau der 170 Kilometer langen Stadt namens Neom soll bereits im ersten Quartal 2021 begonnen werden. Geschätzte Kosten: 500 Milliarden US-Dollar. „Wir müssen das Konzept der konventionellen Stadt in das einer futuristischen umwandeln“, sagte bin Salman.

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In der futuristischen Stadt werden voraussichtlich mehr als eine Millionen Menschen leben, die tägliche Dienstleistungen wie Schulen, medizinische Kliniken, Freizeiteinrichtungen und Grünflächen innerhalb von fünf Minuten zu Fuß erreichen sollen. Alternativ steht auch eine Ultrahochgeschwindigkeitsbahn zur Verfügung, die unterirdisch Menschen von A nach B transportiert. Keine Fahrt soll dabei länger als 20 Minuten dauern.

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Saudi-Arabien will unabhängiger von Rohöl werden

Neben künstlicher Intelligenz wird in der Millionenstadt auch 100 Prozent erneuerbare Energie zum Einsatz kommen. So soll den Bewohnern eine „schadstofffreie, gesündere und nachhaltigere Umgebung“ geboten werden, heißt es in einer Pressemitteilung der Neom-Company.

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„The Line“ ist der Eckpfeiler des saudi-arabischen Zukunftsplans Vision 2030, wobei der Wüstenstaat seine Wirtschaft umbauen und sich unabhängiger von Rohöl machen will. Durch die urbane Erschließung sollen bis 2030 380.000 Arbeitsplätze geschaffen werden. Das Projekt ist jedoch nicht unumstritten. Wie der „Spiegel“ berichtet, müssen dafür Zehntausende Menschen ihre Dörfer verlassen.


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