Russland erwartet Entspannung auf dem Gasmarkt durch Nord Stream 2

  • Nach der Inbetriebnahme von Nord Stream 2 erwartet Russland, dass sich die Preise auf dem Gasmarkt stabilisieren.
  • Das erklärte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Mittwoch in Moskau.
  • Wann die bereits komplett verlegte Ostseepipeline in Betrieb geht, ist unklar.
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Moskau. Der Kreml erwartet eine Entspannung auf dem Gasmarkt nach der noch nicht absehbaren Inbetriebnahme der Ostseepipeline Nord Stream 2. „Ein baldiger Start von Nord Stream 2 wird die preislichen Parameter für das natürliche Gas in Europa - einschließlich auf dem Spotmarkt - ausbalancieren. Das ist offensichtlich“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Mittwoch Agenturen zufolge in Moskau.

Der Preis für 1000 Kubikmeter Gas überstieg am Mittwoch die 900 US-Dollar-Marke, wie die Agentur Interfax meldete. Peskow wies zurück, dass die Energiegroßmacht Russland irgendetwas mit der derzeitigen Preisrally zu tun habe. Russische Energieexperten machten die Lage auf dem Weltmarkt für die Preissprünge verantwortlich. Nach Angaben von Peskow beeinflusst das nicht die Kosten für das Pipelinegas.

Deutschland bezahlt weniger

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„Die Abnehmer von Leitungsgas sind nicht groß von den Schwankungen betroffen, weil sich da der Preis nach einer anderen Formel berechnet“, erklärte Peskow. Wegen langfristig abgeschlossener Lieferverträge bezahlt Deutschland etwa deutlich weniger als den aktuellen Weltmarktpreis. Der Bedarf an Gas in Europa sei groß, sagte Peskow. „Vor allem ist ja nicht klar, wie der Winter wird - und falls es kalt wird, dann wird noch mehr Gas gebraucht.“

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Wann die bereits komplett verlegte Ostseepipeline in Betrieb geht, ist unklar. Experten erwarten, dass unter Umständen schon im Oktober Gas durch den ersten von zwei Strängen fließen könnte. Gazprom-Chef Alexej Miller hatte in der vergangenen Woche den Fertigbau von Nord Stream 2 verkündet.

Die Leitung soll künftig 55 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr von Russland durch die Ostsee nach Deutschland liefern. Damit können nach Angaben der Betreibergesellschaft 26 Millionen Haushalte versorgt werden.

RND/dpa

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