Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

 

Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

Rückschlag für Boeing: Airbus sticht Konkurrenten bei Kurzstreckenfliegern aus

Ein Airbus A320neo. Die französisch-niederländische Fluggesellschaft Air France-KLM hat bei Airbus eine Bestellung über 100 Jets aufgegeben. Der Deal umfasse 100 Mittelstreckenjets der Typen A320neo und A321neo.

Paris.Der europäische Flugzeughersteller Airbus hat sich bei gleich mehreren Großaufträgen gegen seinen amerikanischen Erzrivalen Boeing durchgesetzt. Air France-KLM bestellte am Donnerstag 100 Kurzstreckenjets bei Airbus – so viele Flugzeuge wie nie zuvor. Für Airbus war es der zweite Großauftrag binnen weniger Stunden: Zuvor hatte die australische Gesellschaft Qantas dem europäischen Hersteller den Zuschlag für den Ersatz seiner Inlandsflotte gegeben.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Die Bestellung von Air France-KLM umfasst Maschinen des Typs A320neo und des A321neo. Sie sollen bei KLM und der Billigfliegertochter Transavia in Einsatz kommen und dort alternde Boeing-Maschinen des Typs 737 ersetzen. Der Auftrag ist größer als ursprünglich angenommen. Zusätzlich unterzeichnete Air France-KLM eine Absichtserklärung über den Kauf von vier Frachtflugzeugen des Typs A350. Die ersten Flugzeuge sollen in der zweiten Jahreshälfte 2023 übergeben werden, der Großteil folgt dann in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts. Zum genauen Umfang der Bestellung äußerten sich beide Seiten nicht. Analysten schätzen aber, dass es sich um einen Milliardenbetrag handelt.

Für Airbus bedeuten die Aufträge, dass die Produktion weiter gesteigert wird. Der zuständige Vorstand Christian Scherer sagte, die Bestellungen unterstützten die Einschätzung, dass mehr Maschinen der A320-Familie die Werke verlassen müssten. Airbus ringt derzeit mit den Zulieferern um eine höhere Produktion des Verkaufsschlagers. Der Flugzeugbauer will, dass bis zum Sommer 2023 65 Maschinen monatlich die Hallen verlassen. Zulieferer und Kunden bremsen Airbus vor allem bei dem Plan, die Produktion danach bis auf 70 oder 75 Maschinen hochzufahren: Triebwerksbauer haben Bedenken, ob sie damit Schritt halten können, Leasinggesellschaften warnen vor einem Überangebot, das die Preise kaputtmachen könnte.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Qantas wechselt zu Airbus

Zuvor hatte Qantas jeweils 20 Maschinen vom Typ A321XLR und vom Typ A220-300 fest bei dem europäischen Unternehmen bestellt und sich zusätzlich Kaufoptionen über 94 weitere Flugzeuge gesichert. „Das ist ein klares Zeichen unserer Zuversicht“, sagte Qantas-Chef Alan Joyce. „Wir haben uns die Preise gesichert, bevor es zu einer deutlich steigenden Nachfrage nach Kurzstreckenflugzeugen kommen wird.“

Die Airbus-Flugzeuge sollen ab Mitte 2023 ausgeliefert werden und die derzeitige Boeing-Flotte ablösen, der Aufsichtsrat soll nach Verhandlungen mit den Piloten Mitte 2022 grünes Licht geben. Die Fluggesellschaft verspricht sich davon auch einen geringeren CO₂

-Ausstoß. Die Australier sind seit 1959 Boeing-Kunde. Dass das Unternehmen nun umschwenkt, ist ein herber Rückschlag für den US-Konzern. Künftig liefert Boeing nur noch Langstreckenflieger vom Typ 787 Dreamliner an Qantas.

In der Vergangenheit haben Airbus und Boeing den Kampf um die Marktführerschaft immer wieder bei der weltweit drittältesten Fluggesellschaft ausgefochten. So setzte sich 2005 das Boeing-Modell 787 gegen den Airbus A350 durch, was den europäischen Konzern dazu bewegte, das Modell noch einmal gründlich durchzuchecken.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Letzter A380 geht an Emirates

In Hamburg wurde unterdessen das letzte Airbus-Großraumflugzeug vom Typ A380 ausgeliefert. Die Maschine geht an die arabische Fluggesellschaft Emirates, die damit ihre Flotte von insgesamt 123 Maschinen komplettiert. Der A380 bietet auf zwei Decks Platz für insgesamt 500 Passagiere. Insgesamt wurden 272 dieser Flugzeuge gebaut – ursprünglich war mit mehr als 1000 gerechnet worden.

Doch Fluggesellschaften setzen zunehmend auf kleinere, günstigere Maschinen, und der Boeing 787 Dreamliner und später der A350 boten eine Alternative für die Langstrecken. Wegen der geringen Nachfrage hatte Airbus deswegen 2019 die Reißleine gezogen und das Projekt gestoppt.

RND/Reuters

Mehr aus Wirtschaft

Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.