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Krieg und Pandemie

Die Märkte wetten auf eine Rezession

Das Luftbild zeigt zahlreiche Container auf dem Gelände eines Containerterminals im Hamburger Hafen.

Hannover. Die Zeichen für einen Konjunkturabsturz mehren sich. So ist die Stimmung unter deutschen Exporteuren und Exporteurinnen laut einer Ifo-Umfrage im März eingebrochen, unter anderem die Autoherstellenden und ihre Zulieferer und Zulieferinnen rechnen in der Folge des Kriegs gegen die Ukraine nun mit schrumpfenden Exporten.

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Gleichzeitig ist die Pandemie immer noch nicht ausgestanden: Nach einem neuen Corona-Ausbruch gelten Ausgangssperren in weiten Teilen der chinesischen Hafenmetropole Shanghai.

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Während der deutsche Aktienmarkt am Montag noch mit Gewinnen in die Woche startete, überwiegt in einem anderen Teil des Finanzmarkts bereits der Pessimismus: In den USA war die Rendite kurzfristiger Anleihen Montagfrüh minimal höher als die der langfristigen.

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Normalerweise ist es andersherum. Dreht sich das Verhältnis, zeugt das vom Pessimismus der Investoren: Sie rechnen wegen einer schwachen Wirtschaftsentwicklung auf längere Sicht mit niedrigeren Zinsen. In der Vergangenheit folgte auf eine solche „inverse Zinsstruktur“ oft eine Rezession.

Experte warnt vor Energieembargo

Bisher rechnen die meisten Experten und Expertinnen nicht mit einer schrumpfenden Wirtschaft, machen dabei aber alle Prognosen vom Verlauf des Krieges abhängig.

So wird auch das Frühjahrsgutachten der führenden deutschen Konjunkturforschenden Ende April keine klare Prognose abgeben, wie Michael Hüther am Montag bei einer Veranstaltung der Unternehmensverbände Berlin und Brandenburg (UVB) sagte. Die Forscherinnen und Forscher würden mehrere Szenarien mit deutlich unterschiedlichen Ergebnissen liefern, kündigte der Chef des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) an.

Barometer zeigt schlechte Stimmung in der Wirtschaft

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft ist nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine noch stärker eingebrochen als ohnehin schon befürchtet.

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Die größte Sorge ist nach Hüthers Worten, dass hohe Energiepreise zu einem Nachfrageeinbruch führen. Er warnte davor, im Konflikt mit Russland Öl- und Gaslieferungen zu boykottieren. Die Folgen für Teile der deutschen Industrie wären nach seiner Überzeugung massiv und dauerhaft.

Gleichzeitig führten schon die jetzt vereinbarten Ersatzlieferungen aus den USA zu höheren Kosten. Denn das verflüssigte Erdgas (LNG) aus den USA sei rund doppelt so teuer wie das russische Gas. Das lasse sich schon wegen des aufwendigen Verarbeitungsprozesses kaum ändern, und die USA dürften auf langfristige Liefervereinbarungen bestehen.

Sorge bereitet auch der Lockdown in Shanghai

In der vergangenen Woche hatte bereits der Ifo-Index für die Gesamtwirtschaft einen nach den Worten des Instituts „historischen“ Einbruch des Geschäftsklimas gezeigt. Zuvor war auch der ZEW-Index abgerutscht. Bei den Exporteuren und Exporteurinnen, die ihr Geschäft in den vergangenen Monaten eigentlich auf einem guten Weg sahen, ist der Stimmungsindex von 17 auf minus 2,3 Punkte gestürzt. Vergleichbares ist bisher nur zu Beginn der Corona-Krise im April 2020 passiert.

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Neben der Autoindustrie sind auch die Gummi- und Kunststoffindustrie besonders pessimistisch. In der chemischen Industrie halten sich nach den Worten der Ifo-Forschenden positive und negative Antworten „gegenwärtig in etwa die Waage“. Mit einem – allerdings abgeschwächten – Exportwachstum rechnet noch die Elektroindustrie.

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Die Exporteure und Exporteurinnen blicken zudem weiter mit Sorge auf China, wo die Null-Covid-Strategie immer wieder zu massiven Wirtschaftseinschränkungen führt. Der mehrtägige Lockdown in Shanghai ließ am Montag bereits den Ölpreis um rund 6 Prozent auf 113 Dollar für ein Fass der Sorte Brent fallen. Was nach einer guten Nachricht klingt, zeugt ebenfalls von Pessimismus: An den Märkten erwartet man eine schwächere Nachfrage.

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