Es droht eine Corona-Rezession

  • Mit dem Coronavirus breitet sich die Panik in Europa aus – und die Deutschen bunkern Lebensmittel und horten Schutzmasken.
  • Doch gegen eine zentrale Bedrohung wird all das nur bedingt helfen: Der Wirtschaft droht ein empfindlicher Absturz.
  • Den wird die Bundesregierung abfedern müssen, meint unser Autor Christoph Höland.
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Es war eine erste Schätzung der wirtschaftlichen Schäden, die das Coronavirus weltweit anrichten könnte: Mindestens 0,5 Prozent des weltweiten Bruttosozialprodukts macht das Virus der OECD zufolge zunichte. Fabrikschließungen, unterbrochene Lieferketten, zögerliche Touristen und abgesagte Dienstreisen kosten die Welt in diesem Jahr folglich 400 Milliarden Euro – oder am Ende deutlich mehr, denn die Fachleute haben auch ausgerechnet, wie ein Worst-Case-Szenario aussehen könnte.

Als sie sich diesem schlimmsten aller Fälle in den vergangenen Wochen und Monaten gewidmet haben, war es wohl noch ein rein hypothetisches Szenario. Die Ökonomen spielten durch, was passiert, wenn sich das Coronavirus in den USA und in Europa ausbreitet. Bei ihren Berechnungen dürften sie wohl von der Realität überholt worden sein, denn seit acht Tagen ist alles anders: Allein in Italien gibt es über 2000 Infizierte, und in anderen europäischen Ländern kommen stetig neue Fälle hinzu. Auch die US-Amerikaner haben mit einem unkalkulierbaren Ausbruch in Washington zu kämpfen.

Die Krise trifft die Realwirtschaft

Die Finanzmärkte sind deshalb schon längst auf Talfahrt, fast alle globalen Aktienindizes kennen derzeit fast nur eine Richtung: nach unten. Während dort wohl auch Panik und Herdenverhalten Einfluss nehmen, zeigt die OECD nun klar auf, dass das Coronavirus auch die Realwirtschaft hart trifft. Tritt das von den Ökonomen befürchtete Worst-Case-Szenario tatsächlich ein, könnten der Weltwirtschaft eine Billion Euro Schaden entstehen. Die wegen Handelskonflikten zuletzt ohnehin strauchelnde deutsche Wirtschaft würde dann wohl in eine Rezession rutschen.

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Gegen Entlassungen, Firmenpleiten und Arbeitslosigkeit werden gehortete Schutzmasken und Desinfektionsmittel aber nicht helfen. Stattdessen muss es darum gehen, wie der Wirtschaft unter die Arme gegriffen werden kann: Indem die Bundesregierung etwa ankündigt, alles Erdenkliche zu tun, um den drohenden wirtschaftlichen Absturz abzufedern. Oder verspricht, die Wirtschaft wieder anzuschieben, wenn die Corona-Welle im Sommer wieder abflaut – so wie es derzeit viele Experten vorhersagen.

Warum bremst Altmaier?

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Derartige Signale sendet derzeit allerdings nur der Sozialdemokrat Olaf Scholz aus dem Finanzministerium. Sein Kabinettskollege Peter Altmaier von der CDU übt sich hingegen in Zurückhaltung. Es brauche keine “Strohfeuer”, sagte Altmaier gar zu Scholz’ jüngsten Erwägungen, ein Konjunkturpogramm aufzulegen. Das ist bedauerlich, denn mit ein paar klaren Worten könnte Altmaier derzeit Unternehmer, Beschäftigte und Verbraucher gleichermaßen beruhigen.

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