Reguliert den Markt für Miet-Scooter!

  • E-Scooter werden in einigen Städten zur Plage.
  • Dabei könnten sie eigentlich einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.
  • Es braucht dafür aber Regeln, findet Frank-Thomas Wenzel.
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Erinnern Sie sich noch an die Leih-Fahrrad-Plage? Plötzlich und unerwartet fielen Startup-Unternehmen aus Asien, den USA und hiesige Gründer in die Städte ein. Die fluteten die Metropolen mit Velos, die dann auf Gehwegen, in Grünanlagen oder in kommunalen Gewässern landeten. Der Spuk war zum Glück schnell vorbei. Mehrere Startups sind zusammengebrochen. Mit E-Scootern wiederholt sich die Geschichte, zumindest in puncto Verärgerung der Stadtbewohner.

Zum Hintergrund: “Mobilitätsbaustein” statt Ärgernis: So könnte es mit E-Scootern noch klappen

Einst waren auch die Leihräder in der Theorie eine prima Sache. Sie hätten Busse, Bahnen und Taxis ergänzen können. Doch die Geschäftsmodelle stimmten nicht. Die mietbaren Drahtesel rentierten sich nur, wenn eine extrem hohe Nutzungsfrequenz erzielt wird. Dafür war aber die Konkurrenz der verschiedenen Anbieter zu stark.

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Nun haben wir es mit Leih-Tretrollern zu tun, bei denen die Situation ähnlich ist. Hinzu kommt noch die erhöhte Unfallgefahr durch die Roller mit dem Elektro-Antrieb. Und: Auch schon wenige Wochen nach dem Start werden erste Pleiten von Tretroller-Verleihen voraus gesagt.

Die Erklärung dafür ist relativ einfach: Öffentliche Nahverkehrsangebote lassen sich wegen hoher Kosten nur schwer profitabel betreiben. Das gilt für Busse und Bahnen genauso wie für Carsharing und Zweiräder zum Leihen. Taxis funktionieren nur deshalb, weil ihre Zahl durch die Kommunen streng reglementiert wird und weil ein größerer Teil der Kosten von der Allgemeinheit getragen wird.

Lieber also gleich das Experiment mit dem E-Scootern abblasen? Langsam. Sie haben eine Chance verdient. Sie können tatsächlich klima- und umweltfreundlich durch die Citys rollen. Aber ihre Nutzung muss streng reglementiert und überwacht werden. Dann braucht es aber Subventionen. Darüber müssen sich Bürgermeister im Klaren sein.

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