30 Real-Märkte könnten bald schließen: Supermarktkette wird verkauft

  • Rund 30 Real-Märkte stehen vor der Schließung, nachdem offenbar feststeht, dass Metro die Supermarktkette verkaufen will.
  • Die Beschäftigten sind in Angst, weil unklar ist, wie weit die Zerschlagung geht.
  • Während der Hauptversammlung von Metro kommt es deshalb zu Protesten.
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Düsseldorf. Hunderte Beschäftigte der vor der Zerschlagung stehenden Supermarktkette Real haben vor der Hauptversammlung des Mutterkonzerns Metro für eine Absicherung ihrer Arbeitsplätze und ihrer Löhne demonstriert. Die Beschäftigen skandierten: "Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut" und forderten auf Transparenten "Wir wollen in sichere Hände".

Metro will Real verkaufen

Doch zumindest für einen Teil der Beschäftigten stehen die Chancen nicht gut: Nach Angaben von Metro-Chef Olaf Koch hat das Unternehmen mittlerweile eine "kommerzielle Einigung über den Verkauf" mit dem Finanzinvestor SCP erzielt. Unterschrieben ist der Vertrag nicht, weshalb sich die Beschäftigten noch etwas Hoffnung machen können.

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Die Pläne für die Kette mit insgesamt 276 Supermärkten sind schon relativ konkret: SCP will Real zerschlagen, bei 30 Märkten steht laut einem Bericht des RBB fest, dass sie geschlossen werden - es handelt sich um Filialen, die aus Sicht der Eigentümer keine Zukunft haben. Laut Betriebsrat arbeiten in einem Realmarkt etwa 120 Mitarbeiter - 3600 Arbeitsplätzen wären also bundesweit bedroht. Wann die Märkte geschlossen werden, steht aber nicht fest, wie Real betont.

Märkte sollen an Edeka und Kaufland verkauft werden

Auch bei den anderen Filialen ist die Zukunft alles andere in trockenen Tüchern: Zwar wollen die Käufer einen Kern von 50 Real-Märkten für mindestens 24 Monate weiter betreiben. Der größte Teil der Filialen soll jedoch an andere Händler wie Edeka oder Kaufland verkauft werden.

Der Düsseldorfer Handelskonzern Metro will sich künftig ganz auf sein Großhandelsgeschäft konzentrieren und deshalb Real verkaufen. Die Suche nach möglichen Käufern läuft schon länger, nun steht wohl eine Einigung kurz bevor. Allerdings hat in der Angelegenheit wahrscheinlich das Bundeskartellamt noch ein Wörtchen mitzureden.

RND/dpa/hö

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