Reaktion auf Corona-Krise: Gut jeder vierte Betrieb plant Kurzarbeit

  • Immer mehr Firmen schicken ihre Mitarbeiter in der Corona-Krise in die Kurzarbeit.
  • Überdurchschnittlich hart getroffen sind deutsche Schlüsselindustrien.
  • Das Ifo-Institut warnt, dass es aber auch noch schlimmer kommen kann.
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Das Münchner Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung sagt Deutschland für die kommenden drei Monate einen drastischen Anstieg von Kurzarbeit voraus. Industrieweit würden hierzulande über ein Viertel aller Betriebe das planen, haben die Forscher bei einer Umfrage unter Unternehmen erfahren. Das sei der höchste Stand seit 2010.

Vor drei Monaten hätten erst gut 15 Prozent aller Betriebe kurzgearbeitet. Überdurchschnittlich von kommender oder schon existierender Kurzarbeit betroffen sind ausgerechnet die heimischen Schlüsselbranchen Automobile mit 41 Prozent und Maschinenbau mit 33 Prozent. “Das volle Ausmaß der Corona-Pandemie ist in diesen Zahlen vermutlich noch nicht berücksichtigt, denn die meisten Antworten liefen ein bis Mitte März”, warnt Ifo-Experte Klaus Wohlrabe zudem.

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Große regionale Unterschiede

Kleinere Branchen, die jeweils zu über 40 Prozent Kurzarbeit planten, seien Metallerzeugung und -bearbeitung, sonstiger Fahrzeugbau und Textilhersteller. Unter den größeren Branchen hierzulande weniger betroffen seien die chemische Industrie mit voraussichtlich 14 Prozent Kurzarbeitsquote und die Ernährungsindustrie mit 6 Prozent.

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Gut 9 Prozent aller deutschen Industriefirmen würden bereits kurzarbeiten. Auch regional gibt es große Unterschiede, was damit zu tun hat, dass die Hauptkrisenbranchen auf bestimmte Bundesländer konzentriert sind. Am schlimmsten treffen dürfte es Baden-Württemberg, wo jedes dritte Unternehmen angibt, voraussichtlich kurzarbeiten zu lassen. In Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen sind es kaum weniger. Bayern liegt mit einem Viertel im Bundesschnitt, Hessen und Rheinland-Pfalz mit rund einem Fünftel darunter. Relativ glimpflich könnte es dagegen für Berliner, Brandenburger und Bewohner von Mecklenburg-Vorpommern ausgehen. Dort planen nur 7 Prozent der Firmen Kurzarbeit, sagt Ifo.

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