• Startseite
  • Wirtschaft
  • Rassismus im VW-Werk: Nach Rassismusvorwürfen von ägyptischstämmigem Zeitarbeiter äußert sich jetzt die Chefetage

VW bezieht Stellung zu Rassismusvorwürfen im Werk Zwickau: „Kein Platz für Intoleranz“

  • Ein ägyptischstämmiger Zeitarbeiter soll im VW-Werk in Zwickau Rassismus erlebt haben.
  • In einer Whatsapp-Gruppe hat der Mann ausländerfeindliche Pöbeleien seiner Kollegen dokumentiert.
  • Intoleranz habe bei VW keinen Platz, heißt es zu den Vorfällen aus der VW-Chefetage.
Anzeige
Anzeige

Der Autoproduzent Volkswagen Sachsen hat auf Rassismusvorwürfe in seinem Werk in Zwickau reagiert. „Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Diskriminierung und Intoleranz haben bei VW keinen Platz“, machten Dirk Coers, Geschäftsführer Personal von VW Sachsen, und Jens Rothe, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates und des Betriebsrates im Fahrzeugwerk Zwickau, am Sonntag in einer gemeinsamen Erklärung deutlich, die der „Leipziger Volkszeitung“ (LVZ) vorliegt.

VW: Fremdenfeindlichkeit habe unverzügliche Konsequenzen

Die Zeitung hatte am Samstag von einem ägyptischstämmigen VW-Zeitarbeiter berichtet, der ausländerfeindliche Äußerungen von seinen Kollegen beklagte. So soll er unter anderem Sprüche wie „Würde die Mauer noch stehen, wäre der ganze Abschaum nicht hier“ oder „So viele Affen hier“ zu hören bekommen haben. In der Whatsapp-Gruppe „Rassismus in Zwickau“ dokumentierte der Mann die rassistischen Aussagen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

„Unternehmen und Betriebsrat dulden keine Diskriminierung und gehen entschieden gegen Fremdenfeindlichkeit vor“, teilten Coers und Rothe weiter mit. Würden rassistische Aktivitäten nachgewiesen werden, hätte das unverzügliche Konsequenzen. Ein Unternehmenssprecher sagte gegenüber der „LVZ“ ferner, dass den Rassismusvorwürfen in Zwickau sofort nachgegangen worden sei. Bisher stehe jedoch Aussage gegen Aussage.

VW-Zeitarbeiter sucht Hilfe beim Psychotherapeuten

Der VW-Zeitarbeiter ist inzwischen nach Hannover zurückgezogen, ist seit acht Wochen krankgeschrieben und geht zum Psychotherapeuten. „Der Therapeut ist der Erste, der mir wirklich glaubt“, sagte er der „LVZ“.

Ein Sprecher des Konzernbetriebsrats in Wolfsburg erklärte der Zeitung unterdessen, dass natürlich auch die VW-Standorte nicht frei von Diskriminierung seien. Aber: „Wer sich diskriminiert fühlt und uns dazu konkrete Angaben macht, kann sicher sein, dass er auch ganz konkrete Hilfe erhält.“

RND/LVZ/lb


“Staat, Sex, Amen”
Der neue Gesellschaftspodcast mit Imre Grimm und Kristian Teetz
  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen