Prognos-Experte: Die Automobilbranche sollte schnell wieder loslegen

  • Wegen des Coronavirus stehen derzeit weite Teile der Wirtschaft still, um die Ausbreitung einzudämmen.
  • Sobald die Lage es zulässt, sollte man schrittweise zur Produktion zurückkehren, meint Prognos-Volkswirt Michael Böhmer.
  • Er plädiert dafür, zuerst in ganz gezielt ausgewählten Branchen die Arbeit wieder aufzunehmen.
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Das Beratungsunternehmen Prognos empfiehlt, zentrale Branchen wie die Automobilindustrie nach einer Lockerung der Corona-Kontaktsperren schnell wieder hochzufahren. “Gesundheit hat Priorität”, sagte Michael Böhmer, Chief Economist bei Prognos, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (Mittwoch). Den Unternehmen müsse jetzt ermöglicht werden, sich den gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen anzupassen.

Konkret bedeute das auch, dass Kontaktsperren und andere Einschränkungen “nicht mit derselben Dringlichkeit auf einen Schlag alle gleichzeitig wegfallen müssen”, so Böhmer. Priorität müssten Knotenpunkte haben, die für die Volkswirtschaft besonders wichtig seien.

Kritik an Konjunkturprognosen

Als Beispiel nennt der Prognos-Experte Automobilwerke: “Da gibt es sehr viele vor- und nachgelagerte Bereiche. Deshalb sollten wir auch zusehen, das gesamte verarbeitende Gewerbe schnell hochzufahren.” Die Autobauer hierzulande haben die Produktion in allen Fabriken von Mitte März an vorübergehend eingestellt. Böhmer sieht zudem die Möglichkeit, die Nachfrage dort zügig zu aktivieren, wo nur wenige Menschen zusammenkommen – etwa durch kleinere Hotels und kleine gastronomische Betriebe.

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Böhmer kritisierte zugleich die zahlreichen Prognosen für die wirtschaftliche Entwicklung, die in den vergangenen Tagen publik gemacht wurden. “Ob ich jetzt sage, minus eins, minus 5 oder minus 20 Prozent Wirtschaftsleistung spielt keine Rolle.” Solche Prognosen seien derzeit “nicht handlungsleitend”, da es an verlässlichen Daten für quantitative Vorhersagen fehle. “Wir haben noch nie gesehen, dass ganze Branchen auf null gefahren werden, wie die Gastronomie.”

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