Prekäre Arbeit im Netz: “Digitalisierung wird missbraucht”

  • Mit ein paar Clicks im Netz Geld verdienen - Schätzungsweise eine Million Bundesbürger macht das.
  • Der Deutsche Gewerkschaftsbund kritisiert allerdings fehlende soziale Absicherung für Clickworker.
  • Er fordert unter anderem verbindliche Mindesthonorare und Kontrollen bei Scheinselbstständigkeit.
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Berlin. Ein paar Klicks - und schon kann man heutzutage Aufträge per Internet bekommen und dort auch erlDer Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert höhere Schutzstandards für Plattformarbeiter. So müsse es für Menschen, die von webbasierten Dienstleistern abhängig sind, verbindliche Mindestarbeitsbedingungen geben, heißt es in einem DGB-Positionspapier zur Plattformarbeit, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorlag. "Als unterste Haltelinie sollten auch Branchen-Mindesthonorare eingeführt werden", so der DGB. Plattformarbeit umfasst etwa Liefertätigkeiten, IT-Service oder Personenbeförderung.

DGB sieht Handlungsbedarf

Zudem fordert der DGB, die Selbständigkeit von Betroffenen zu überprüfen: Wer von Weisungen der Plattformen abhängig und eng eingebunden sei, könne nicht als selbständig gelten.

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DGB-Chef Reiner Hoffmann sagte angesichts des am Montag beginnenden Digitalgipfels der Bundesregierung in Dortmund der dpa: "Wir brauchen faire Regeln für Plattformarbeit, denn hier wird die Digitalisierung in weiten Teilen missbraucht, um prekäre Arbeit zu organisieren." Ein grundlegendes Problem sei, dass Plattformarbeiter oft als Selbständige angeheuert würden, obwohl sie gar nicht unabhängig seien, sondern über Algorithmen gesteuert, überwacht und bewertet würden. "Mit selbständiger Arbeit hat Plattformarbeit deshalb oft nichts zu tun." Dies solle politisch nicht länger geduldet werden, forderte Hoffman.

RND/dpa

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