Die Prämie bringt zu wenig

  • Die Autoindustrie fordert Kaufhilfen in der Krise.
  • Doch die Politik lässt sie schmoren.
  • Zu Recht, findet Stefan Winter.
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Hannover. Sie tun sich schwer. Systematisch bereiten die Autoindustrie und ihre Verbündeten seit Wochen das Feld für Kaufprämien, doch die Resonanz bleibt kühl. Da hilft auch nicht der x-te Autogipfel mit der Kanzlerin, vielleicht schadet er sogar.

So erliegen die immer noch selbstbewussten Branchengrößen vorher der Versuchung, sich mit Forderungen zu positionieren – und müssen sich hinterher genauso öffentlich hinhalten lassen. Denn die Sicht ist nicht mehr so, dass automatisch dem Land nütze, was der Autoindustrie nützt.

Branche hat viel Kredit verspielt

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Das hat viel mit Psychologie zu tun, die Branche hat viel Kredit verspielt. Es gibt aber auch gute sachliche Gründe, die Wunschlisten nicht einfach abzuarbeiten. Denn auch wenn es gerade in Vergessenheit gerät: Die finanziellen Mittel sind endlich, wir werden ihren Grenzen in dieser Krise und deren Nachwehen noch begegnen.

Gerade die viel diskutierte Kaufprämie ist zwar populär, aber von zweifelhaftem Wert. Für Elektro- und Hybridautos gibt es sie längst, und ihnen wäre mit einem vernünftigen Ladenetz mehr gedient als mit weiteren Tausendern im Handschuhfach.

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Kaufprämie ist von zweifelhaftem Wert

Wer dagegen konventionellen Antrieb fördert – jeder dritte Neuwagen ein SUV – kann einen Teil des Geldes gleich als Strafe für die Überschreitung der CO2-Grenzen an die EU überweisen. Einen großen Mitnahmeeffekt gibt es außerdem: Die Mehrzahl der geförderten Autos würde in den nächsten Monaten so oder so gekauft.

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Niemand zweifelt daran, dass die Konjunktur am Ende der Pandemie einen schnellen und kräftigen Anschub braucht. Von dem wird auch die Autoindustrie profitieren, aber angesichts der Breite und Tiefe der Krise muss das Konzept für viele Bereiche passen. Ausnahmsweise ist die Autoindustrie nur eine unter vielen.

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