Power Day: VW steigt groß in die Batteriefertigung ein

  • Der Volkswagen-Konzern baut seine Elektrostrategie aus.
  • Vier weitere Werke für Batteriezellen sind in Europa geplant.
  • Auch das Ladenetz wird vergrößert, wie VW auf seinem neuen Power Day bekannt gab.
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Volkswagen will auch die Stromversorgung seiner Elektroautos stärker in die eigene Hand nehmen. Dazu plant der Konzern zusammen mit Partnern zusätzliche Fabriken für Batteriezellen auch in Europa und den Ausbau des eigenen Ladenetzes. Eine neue einheitliche Batteriezelle werde zudem „die Kosten radikal reduzieren“, sagte Konzernchef Herbert Diess in einer Internetpräsentation namens Power Day am Montag. Auch ein Recyclingsystem für die Batterien will VW aufbauen.

Der Konzern hat zwar bereits die Massenproduktion von E-Autos begonnen, zögerte wegen der hohen Investitionen aber lange bei Batterie und Netz. Nun soll noch einmal nachgelegt werden – nicht zuletzt wegen der neuen Klimaziele der Europäischen Union. Der sogenannte Green Deal mache mehr E-Autos und damit mehr Batterien nötig, erklärte Thomas Schmall, im VW-Vorstand für die Komponentenstrategie und damit auch für die Batterien verantwortlich.

Nun sollen die mit dem Partner Northvolt geplanten Batteriefabriken in Schweden und Salzgitter mehr als die doppelte Kapazität bekommen. Vier weitere Werke in der gleichen Größenordnung von jeweils 40 Gigawattstunden sind bis 2030 geplant. Für die ersten beiden läuft die Standortsuche in Süd- und Osteuropa.

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VW arbeitet an Feststoffbatterien

Produzieren sollen sie Standardzellen eines neuen Typs, der 2023 – „praktisch schon morgen“, wie Schmall sagte, in Serie gehen soll. Die Varianten werden für 80 Prozent aller Konzernfahrzeuge geeignet sein. Das werde die Batteriekosten im Schnitt um 30 Prozent senken, sagte Schmall. Bei den Zellen für die meistverkauften Modelle seien sogar 50 Prozent drin. Gleichzeitig arbeitet der VW-Partner Quatumscape an Feststoffbatterien, von denen sich die Branche größere Reichweite, kürzere Ladezeiten und mehr Sicherheit erwartet. Wann sie serienreif sein werden, blieb am Montag aber offen, ebenso wie mögliche Partner außer Northvolt.

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Das Projekt bewege sich im beschlossenen Investitionsrahmen, bei Bedarf werde der aber auch noch aufgestockt. Zur Batterieoffensive gehört auch das Recycling, dessen Erprobung gerade in Salzgitter begonnen hat. Nach Schmalls Angaben können 95 Prozent des Batteriematerials wiederverwendet werden.

Mehr Schnelllader geplant

Die zweite Säule der Strategie ist der Ausbau des Schnellladenetzes. Der Konzern hat zusammen mit BMW, Daimler, Ford und Hyundai bereits 2017 das Gemeinschaftsunternehmen Ionity gegründet, das Ladestationen an den europäischen Autobahnen aufbaut. Die Stationen sollen nun komfortabler gestaltet und das Netz vergrößert werden – auch in Ländern mit minimalem E-Auto-Anteil, wie etwa Polen. Die Zahl der Ionity-Stationen werde bis 2025 verfünffacht, sagte die zuständige VW-Managerin Elke Temme. Partner sind dabei Stromkonzerne wie die spanische Enel.

Diess machte erneut deutlich, dass der Konzern alles auf Elektromobilität setzt. Bei VW hat man ausgerechnet, dass E-Autos 60 Prozent der Neuzulassungen ausmachen müssen, wenn die Zwischenziele des europäischen Green Deals 2030 erreicht werden sollen. „Das ist eine größere Veränderung als alles, was die Industrie in den letzten hundert Jahren erlebt hat“, sagte Diess.

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