Corona-Impfstoff: Europäischer Pharmakonzern Sanofi gewährt USA Vorrang

  • Der Pharmagigant Sanofi tüfftelt an einem Corona-Impfstoff, der für alle verteilt werden soll.
  • Bei der Reihenfolge gibt es jedoch einen Haken.
  • Zuerst hätten die USA Anspruch auf einen funktionierenden Impfstoff.
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Paris. Der französische Pharmagigant Sanofi hat versichert, einen künftigen Impfstoff gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 allen anzubieten. Es sei klar, dass der Impfstoff für alle zugänglich sein werde, betonte der Frankreich-Chef von Sanofi, Olivier Bogillot, am Donnerstag im Fernsehsender BFMTV. Dass die USA nach einer Entwicklung eines Impfstoffes Vorrang bei der Lieferung bekommen könnten, bestätigte er nicht. Das hatte sein Chef für ihn erledigt.

Denn der Vorstandschef des Unternehmens, Paul Hudson, äußerte sich zu der Thematik deutlicher. In einem Interview mit “Bloomberg” hat der Sanofi-Chef klar gemacht, dass die USA bei dem Impfstoff Vorrang hätten. Die USA hätten als erste die Forschung unterstützt. Die US-Regierung habe “das Recht für die größte Vorausbestellung”, zitierte die Agentur den Sanofi-Chef. Denn immerhin würden sie durch ihre Investition ein gewisses “Risiko” mittragen.

Der Brite an der Spitze des französischen Konzerns spielt damit auf eine Vereinbarung mit der US-Gesundheitsbehörde Barda aus dem Februar an. Die Barda investierte damals große Summen in mehrere Impfstoffprojekte, darunter auch in das von Sanofi. Der Knackpunkt: Im Gegenzug für ihre Investition wollen die USA auch als Erste Dosen eines Impfstoffs erhalten, schreibt Bloomberg. Der zeitliche Vorsprung würde "Tage oder Wochen“ ausmachen, schätzt Sanofi-Chef Hudson.

Frankreich-Chef bestätigt Zusammenarbeit mit USA

Auch Bogillot bestätigte, dass der Pharmakonzern eine Zusammenarbeit mit der US-Regierung begonnen habe. Die EU müsse ebenso “wirksam” dabei helfen, den Impfstoff verfügbar zu machen, betonte er. Die Aussagen Hudsons sorgten in Frankreich für Kritik an dem Pharmariesen. Es wäre inakzeptabel, wenn ein Land einen privilegierten Zugang zu einem Impfstoff erhalten würde, sagte die Staatssekretärin im französischen Wirtschafts- und Finanzministerium, Agnès Pannier-Runacher, im Radiosender Sud Radio.

Die beiden Pharmakonzerne Sanofi und GlaxoSmithKline hatten bereits im April mitgeteilt, sie wollten gemeinsam an einem Impfstoff gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 arbeiten. Sollten Tests erfolgreich verlaufen, könnte ein Impfstoff in der zweiten Jahreshälfte 2021 verfügbar sein. Sanofi teilte nun via Twitter mit, die Teams des Unternehmens seien bemüht, die Entwicklung eines Impfstoffs zu beschleunigen.

RND/dpa/ka

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