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  • Ostereinkauf vorziehen? Was bedeuten die Ruhetage für Kunden und wie sollte man sich vorbereiten?

Aldi und Co. über geplante Ruhetage: „Wir raten, jetzt schon für Ostern einzukaufen“

  • Die Entscheidung, vor Ostern auch Supermärkten und Discountern eine Ruhepause zu verordnen, sorgt für Verunsicherung.
  • Noch ist nicht ganz klar, wie das konkret ausgestaltet wird – und worauf sich Händler und Kunden vorbereiten müssen.
  • Was nun beim Ostereinkauf zu beachten ist? Die wichtigsten Fragen und Antworten.
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Etwas plötzlich haben Bundes- und Landesregierungen in der vergangenen Nacht eine deutliche Verschärfung der Corona-Maßnahmen über die Ostertage angekündigt. Auch die bislang von Lockdowns ausgenommenen Supermärkte und Discounter sollen dann zum Teil schließen. Eine Übersicht.

Was hat die Ministerpräsidentenkonferenz beschlossen?

Die Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) hat beschlossen, in diesem Jahr einmalig eine „erweiterte Ruhezeit“ zu Ostern einzuführen. Neben den eigentlichen Feiertagen sollen in diesem Jahr deshalb auch der Gründonnerstag (1. April) und der darauffolgende Samstag (3. April) sogenannte Ruhetage sein – der Handel müsste demnach geschlossen bleiben. Lediglich der „Lebensmitteleinzelhandel im engen Sinne“ dürfe am Samstag des Osterwochenendes öffnen, heißt es in dem Beschluss.

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Und was passiert an den Ruhetagen im Handel?

Viele Supermärkte und Discounter wissen bislang nicht genau, was auf sie zukommt. Denn die rechtliche Umsetzung des Beschlusses steht noch aus. Man gehe aber davon aus, dass der Lebensmittelhandel am Gründonnerstag schließen müsse, am Ostersamstag hingegen öffnen könne, heißt es beim Handelsverband Lebensmittel (BVLH). Laut MPK soll der Bund einen Vorschlag zur rechtlichen Umsetzung der Ruhetagsregelung erarbeiten – was dafür spricht, dass eine bundesweit einheitliche Regelung zumindest angepeilt wird.

Was bedeuten die Ruhetage für Kunden?

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Zumindest am Gründonnerstag werden Kunden wohl vor verschlossenen Türen stehen – was dazu führen dürfte, dass an den verbleibenden Tagen der Karwoche in Geschäften mehr los ist. Die Tage vor Ostern sind neben dem Weihnachtsgeschäft eine der umsatzstärksten Zeiten im Lebensmittelhandel. „Und was sonst an vier Werktagen passiert, wird sich in diesem Jahr auf drei Werktage konzentrieren“, befürchtet BVLH-Sprecher Christian Böttcher. Wie lang die Schlangen vor Supermärkten werden, lässt sich allerdings noch nicht absehen. „Seit Beginn der Pandemie verteilen sich Einkäufe zunehmend auf alle Werktage, das kommt uns hoffentlich auch jetzt zugute“, hofft Böttcher.

Wie sollten sich Kunden vorbereiten?

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Auf Nachfrage des RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) empfehlen mehrere Handelsketten, darunter Edeka, Aldi Nord, Aldi Süd und Rewe, die Ostereinkäufe möglichst frühzeitig zu tätigen und auf mehrere Tage zu verteilen. „Wir raten, jetzt schon für Ostern einzukaufen. Wer frische Waren braucht, muss dann nächste Woche nur noch kurz ins Geschäft“, sagt auch Böttcher. Er bittet außerdem darum, in der kommenden Woche Rücksicht auf das Personal in Supermärkten zu nehmen. „Für die Mitarbeiter wird das eine größere Herausforderung als für die Kunden“, so der Verbandssprecher.

Drohen Versorgungsengpässe?

Sowohl einzelne Ketten wie Aldi Nord, Aldi Süd, Edeka und Rewe als auch der BVLH betonen, dass die Versorgung mit Lebensmitteln gesichert ist. „Wir sind mittlerweile pandemieerfahren und erwarten überhaupt keine Engpässe“, erklärt Böttcher. Ihm zufolge – und das bestätigen die Handelsketten – planen die Geschäfte nun ihre Lieferungen um. „Sollte es zu Sortimentslücken kommen dann nur, weil man in die Regale nur so viel hineinstellen kann, wie reinpasst. Fehlende Produkte werden aber schnell wieder nachgelegt.“

Sind verlängerte Öffnungszeiten geplant?

In Reaktionen haben erste Händler eine Verlängerung der Öffnungszeiten im Vorfeld der Ruhetage angekündigt. Norma in Sachsen will etwa an den verbleibenden Tagen der Karwoche zwischen 6 und 22 Uhr öffnen. Die großen überregionalen Ketten halten sich mit Ankündigungen zurück, weil die rechtliche Umsetzung der Ruhetagsregelung noch aussteht. „Wir bitten alle Kundinnen und Kunden darum, sich rechtzeitig vor Ort über mögliche verlängerte Öffnungszeiten der Märkte zu informieren und diese nach Möglichkeit zu nutzen“, teilte Edeka allerdings schon jetzt mit.

Drohen höhere Infektionsrisiken, wenn es im Handel sehr voll wird?

Entlang der aktuellen Regelungen zur Pandemie gelten auch im Lebensmittelhandel Obergrenzen, was die Zahl der Kunden in einem Geschäft anbelangt. Laut Böttcher haben diese Regelungen wie auch die Maskenpflicht im Handel weiterhin Bestand. Er betont außerdem, dass verschiedene Studien dem Handel ein geringes Infektionsrisiko attestieren. „Der Lebensmitteleinzelhandel ist kein Pandemietreiber.“

Wie sinnvoll sind die geplanten Ruhetage?

Virologen und Epidemiologen halten den kurzzeitig über Ostern verschärften Lockdown für durchaus zielführend mit Blick auf das Infektionsgeschehen. „Natürlich werden diese Maßnahmen sich positiv darauf auswirken, aber wie stark, das lässt sich nur sehr, sehr schwer berechnen“, sagte Dirk Brockmann vom Robert-Koch-Institut. Im Handel hat man hingegen Zweifel an der Entscheidung der Ministerpräsidentenkonferenz. „Den Lebensmittelhandel mit seinen nachweislich hervorragend funktionierenden Hygienekonzepten symbolisch für einen Tag zuzumachen, hilft im Kampf gegen die Pandemie nicht weiter“, sagte Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE).

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