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Preis zuletzt um 30 Prozent gefallen

Schlechte Nachricht für Autofahrer: Ölallianz OPEC+ kürzt Ölförderung deutlich

Eine Pumpanlage saugt in der Nähe von Greensburg Öl aus dem Boden.

Eine Pumpanlage saugt in der Nähe von Greensburg Öl aus dem Boden.

Wien. Zum möglichen Leidwesen der Autofahrer fährt die Ölallianz Opec+ ihre Ölproduktion zurück. Von November an wird der Verbund aus 23 Staaten zwei Millionen Barrel (je 159 Liter) täglich weniger Öl fördern, wie die Opec am Mittwoch in Wien mitteilte. Es ist die umfassendste Verringerung der Produktion seit Langem. Der Schritt soll den zuletzt um bis zu 30 Prozent gefallenen Ölpreis zumindest stabilisieren. Er geschehe „angesichts der Ungewissheit, die die globalen Wirtschafts- und Ölmarktaussichten umgibt, und der Notwendigkeit, die langfristigen Leitlinien für den Ölmarkt zu verbessern“, so die Opec.

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Die Ölpreise legten nach der Entscheidung für die Kürzung der Fördermenge zu. Am Mittwochabend kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 93,06 US‑Dollar. Das waren 1,25 Dollar mehr als am Dienstag. Der Preis für ein Barrel der US‑Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 0,87 Dollar auf 87,36 Dollar.

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Nicht zuletzt die USA fordern allerdings seit Monaten von der Opec+ ein Aufdrehen des Ölhahns – auch im Interesse der Weltwirtschaft. An den Zapfsäulen könnte sich der Benzinpreis wieder nach oben bewegen. Der Einfluss des 2016 um zehn Nicht-Opec-Länder erweiterten Kartells ist weiterhin erheblich. Die Allianz hat einen weltweiten Marktanteil von etwa 40 Prozent.

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US‑Regierung: Entscheidung der Opec+ „kurzsichtig“

Die US‑Regierung bezeichnete die Entscheidung der Opec+ als „kurzsichtig“. Präsident Joe Biden sei darüber enttäuscht, erklärten Bidens Sicherheits­berater Jake Sullivan und der Direktor des Nationalen Wirtschaftsrates im Weißen Haus, Brian Deese. In einer Zeit, in der die Aufrecht­erhaltung der weltweiten Energieversorgung von größter Bedeutung sei, werde sich diese Entscheidung besonders negativ auf Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen auswirken.

Die Opec+ bezeichnet ihr Handeln als verantwortungs­bewusst. Es gehe ihr nicht nur um die eigenen Einnahmen, sondern um Versorgungs­sicherheit und Verlässlichkeit, sagte der saudi-arabische Energieminister Abdulasis bin Salman. Eine auf der Pressekonferenz präsentierte Grafik sollte illustrieren, dass sich der Ölpreis zwischen Januar und September nur um wenige Prozent erhöht habe, ganz im Gegensatz zu den Kosten­explosionen bei Gas, Flüssiggas und Kohle.

Unterm Strich wird das Ölangebot nicht in Gänze um die auf dem Papier beschriebene Menge verringert. Bereits jetzt fördern einige Staaten wie Nigeria, Angola und Russland weniger, als die bisherigen Vereinbarungen erlauben. Laut Internationaler Energieagentur lag die Förderung des Ölkartells im August um etwa 3,4 Millionen Barrel täglich unter dem vereinbarten Niveau. „Das liegt auch an fehlenden Investitionen in die Ölförderinfrastruktur zum Beispiel in Nigeria und Angola sowie den westlichen Sanktionen gegen Russland“, sagte Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch.

EU‑weites Embargo für Einfuhr von russischem Rohöl tritt in Kraft

Russland muss ab Dezember für sein Rohöl neue Abnehmer finden. Dann tritt ein nahezu EU‑weites Embargo für die Einfuhr von russischem Rohöl in Kraft. Bisher werden täglich noch rund zwei Millionen Barrel aus Russland in die EU geliefert.

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Die Notwendigkeit von Anpassungen der Ölförderungen soll ein Fachkomitee künftig im Zwei­monats­rhythmus erörtern. Seit Beginn der Corona-Krise hatten das Komitee und die Ministerrunde monatlich getagt. Wenn kein außerordentlicher Bedarf entstehe, wollen sich die Minister künftig wieder wie früher nur zweimal im Jahr treffen. Die nächste Zusammenkunft ist für den 4. Dezember geplant.

RND/dpa

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