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Online-Dating-Boom während Corona: Jeder Zehnte findet im Netz die große Liebe

  • Seit Pandemieausbruch klickt jeder Dritte häufiger auf Plattformen für Onlinedating.
  • Verbraucherschützer warnen allerdings vor Abzocke.
  • „Oft verlängern sich diese Probeabos automatisch um sechs oder gleich zwölf Monate und das zu einem höheren Preis”, warnt die Verbraucherschutzzentrale.
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München. Gut jeder dritte Deutsche loggt sich in Pandemiezeiten häufiger auf den Seiten von Anbietern für Onlinedating ein als zuvor. Das hat der Digitalverband Bitkom in einer repräsentativen Umfrage ermittelt. Wenn Kneipen sowie Clubs geschlossen sind und soziale Distanz zum Maß der Dinge wird, ist der Schritt sicher naheliegend.

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Bei Frauen sind es demnach 40 Prozent mehr, bei Männern 29 Prozent. Knapp sieben von zehn Suchenden haben sich seit dem Ausbruch der Pandemie zusätzlich bei neuen Anbietern angemeldet, einer von 20 Deutschen ist völliger Neukunde geworden. Jeder Zehnte hat angegeben, dabei die große Liebe kennengelernt zu haben. Was auch steigt, ist die Zahlungsbereitschaft. Jeder Achte nutzt derzeit ein kostenpflichtiges Datingangebot. Vor der Pandemie war das mit 6 Prozent nur knapp die Hälfte.

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Valentinstag: Onlinedating ausprobieren

Am heutigen Valentinstag dürfte es dabei auf den Seiten für Liebessuchende besonders hoch hergehen, wie die Erfahrung lehrt. „Gerade vor dem Valentinstag werben viele Datingportale mit günstigen Probeabos”, weiß die Juristin der Verbraucherzentrale Bayern, Tatjana Halm. Dabei würden allerdings Fallstricke ausgelegt. „Oft verlängern sich diese Probeabos automatisch um sechs oder gleich zwölf Monate und das zu einem höheren Preis”, warnt sie. Als Nutzer sollte man deshalb die Bedingungen der Portale vor Anmeldung im Kleingedruckten genau prüfen.

Gefällt Verbrauchern das Angebot nicht, bestehe die Möglichkeit, einen Vertrag binnen zwei Wochen zu kündigen, was oft Streit vorprogrammiert. Denn für in dieser Zeit erbrachte Dienstleistungen können Portale finanziellen Ersatz verlangen. In der Vergangenheit wurden dafür oft horrende Summen von mehreren Hundert Euro und damit fast eine komplette Jahresgebühr auch für wenige Tage oder sogar nur einige Stunden Nutzung erhoben, was vielfach vor Gericht geendet hat. Nach einer Grundsatzentscheidung des Europäischen Gerichtshofs (Aktenzeichen C-641/19) dürfen die Anbieter von Datingplattformen solche Gebühren jedoch nur anteilig für die wirklich genutzten Tage erheben.

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400 Euro pro Jahr in der Singlebörse

Betroffene können mittlerweile auf einem Onlinerechner der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen mit wenigen Klicks selbst überprüfen, was ein Anbieter bei fristgerechter Kündigung verlangen darf. Die Internetadresse dafür lautet: verbraucherzentrale.nrw/partnerboersen-rechner. Bei einem Single-Jahresabo von marktüblichen 400 Euro kann ein Portal demnach 1,10 Euro pro genutztem Tag in Rechnung stellen. Wird nach zehn Tagen widerrufen, wären elf Euro fällig.

Jeder zweite User fand schon mal eine feste Bindung online

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Ernüchtert sind von dieser Art der Kontaktsuche nicht wenige, wissen Verbraucherschützer mit Blick auf bei ihnen einlaufenden Beschwerden. Andere finden, was sie wollen. So hat Bitkom in der Umfrage ermittelt, dass mehr als jeder zweite Nutzer solcher Plattformen über sie schon einmal eine feste Partnerin oder einen festen Partner gefunden hat. Bei einem Drittel bestehe diese Partnerschaft aktuell noch.

Gut sieben von zehn Befragten sind demnach auch der Meinung, dass man auf diesem Weg auch im Alter noch gut einen Partner finden kann. In der Pandemie sieht es ein ähnlich hoher Prozentsatz sogar als einzige Möglichkeit, neue Menschen kennenzulernen. Onlinedating ist zudem jedem Dritten eine emotionale Stütze. Dieser Anteil der Befragten hat angegeben, sich durch Netzkontakte in der Corona-Krise weniger einsam zu fühlen.

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