Ölpreis weiter unter Druck: US-Sorte zeitweise unter 11 Dollar

  • Die Lage am Rohölmarkt ist unverändert kritisch.
  • Die Ölpreise haben am Dienstag nach dem Preissturz vom Wochenstart weiter nachgegeben.
  • Den besonders starken Preisdruck auf amerikanisches Rohöl begründen Marktkenner vor allem mit zwei Entwicklungen.
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Singapur. Die Ölpreise haben am Dienstag nach dem Preissturz vom Wochenstart weiter nachgegeben. Neben dem seit Mitte März anhaltenden Druck durch Nachfrageschwäche und Angebotsschwemme, belasten sinkende Lagerkapazitäten und Verkäufe großer Ölfonds die Notierungen. Der Preis für US-Öl fiel daher im asiatischen Handel zeitweise unter die Marke von 11 Dollar. Vor einer Woche war der Preis für US-Öl zum Kontraktwechsel zeitweise in den Negativbereich gerutscht.

Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 19,22 Dollar. Das waren 77 Cent weniger als am Montag. Der Preis für die US-Sorte WTI sank um 1,67 Dollar auf 11,11 Dollar je Barrel.

Die Lage am Rohölmarkt ist unverändert kritisch. Einer wegen der Corona-Pandemie wegbrechenden Nachfrage steht ein viel zu großes Angebot gegenüber. Dies hat zur Folge, dass immer mehr Erdöl in die verbliebenen freien Lager fließt.

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Den besonders starken Preisdruck auf amerikanisches Rohöl begründen Marktkenner vor allem mit zwei Entwicklungen. Zum einen wird US-Leichtöl im amerikanischen Cushing (Oklahoma) ausgeliefert, weshalb die dort angespannte Lagersituation besonders schwer wiegt. Zum anderen steigen große Ölfonds derzeit vermehrt aus Ölterminkontrakten mit Fälligkeit in naher Zukunft aus.

Das verstärkt den Preisdruck am Ölmarkt. Hintergrund ist, dass in der vergangenen Woche der Preis eines mittlerweile ausgelaufenen Terminkontrakts deutlich gesunken und sogar unter die Nulllinie gefallen war. Offenbar wollen die Erdölfonds eine Wiederholung dieser Situation vermeiden.

Nach Einschätzung von Experten der US-Bank Goldman Sachs könnten die weltweiten Lager für Rohöl innerhalb der nächsten drei Wochen voll sein. Händler, Ölverarbeiter und Infrastruktur-Anbieter versuchen daher auf immer neuen Wegen, Öl zu lagern.

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“Die Sorge um weltweit wachsende Lagerbestände, besonders in den USA wo die Corona-Pandemie die Benzin-Nachfrage drückt, belasten die Ölpreise weiterhin”, sagte Kim Kwangrae, Experte beim Rohstoffhändler Samsung Futures. “Während die Opec begonnen hat, ihre Förderung zurückzufahren, hat sich bei der Nachfrage immer noch nichts verändern. Das wird die Preise weiter nach unten ziehen.”

RND/dpa

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