Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

„Wir reißen neue Gräben auf“

Öl-Embargo gegen Russland: IHK Ostbrandenburg fürchtet Spaltung von Ost und West

Brandenburg, Schwedt: Schon von weitem ist das riesige Industriegelände der PCK-Raffinerie GmbH zu sehen (Symbolfoto)

Frankfurt. Die Industrie- und Handelskammer Ostbrandenburg befürchtet bei einem möglichen Öl- und Gasembargo gegen Russland eine Spaltung der Republik. Mittel- und Ostdeutschland wären besonders betroffen und die Republik teile sich damit wieder, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Gundolf Schülke der Deutschen Presse-Agentur. „Wir reißen neue Gräben auf und wollten das längst überwunden wissen.“ Denn bei einem Embargo sei der Osten wieder vom Westen Deutschlands abhängig bei der Lieferung von Benzin und Diesel.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

+++ Alle Entwicklungen zum Krieg gegen die Ukraine im Liveblog +++

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hatte eingeräumt, dass ein Öl-Embargo für Berlin und Brandenburg erhebliche Folgen haben könnte. „Wir treffen Vorsorge, dass wir für den Fall eines Ausfalls von russischem Öl Wege finden, diesen Großraum Berlin und Brandenburg zu versorgen, auch über die Raffinerie Schwedt, aber für die Gegenwart stimmt das“, so Habeck in den ARD-„Tagesthemen“. Die Raffinerie in der Uckermark hängt zu 100 Prozent am russischen Öl - und an Produkten aus Schwedt ein großer Teil Ostdeutschlands.

EU-Kommission schlägt Ölembargo gegen Russland vor

Auf die EU-Bürger könnten durch das Ölembargo erhebliche Zusatzkosten zukommen. Das russische Öl muss durch wahrscheinlich teurere Alternativen ersetzt werden.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Schülke kritisiert Bundesregierung

Der IHK-Hauptgeschäftsführer nannte die Produktion von Asphalt für den Straßenbau als Beispiel. Wenn das PCK keine Rohstoffe mehr zur Weiterverarbeitung liefere, würden zudem auch Chemische Industrie und Kunststoffverarbeitung in Mitleidenschaft gezogen. Solche Lieferketten fielen in der Diskussion „immer hinten runter“. Vielmehr entstehe bei den derzeitigen Entscheidungen der Bundesregierung der Eindruck: „Wir wissen noch nicht wie, aber wir machen schon mal“, weil der politische Druck so groß sei, kritisierte Schülke. Es würden derzeit Entscheidungen getroffen und trotzdem wisse man noch nicht alles. Schwedt sei speziell mit einem russischen Mehrheitseigner.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Spotify Ltd., der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

„Wir sind kritisch mit dem Thema der Enteignung“

In Schwedt/Oder in der Uckermark endet die Erdölpipeline „Druschba“ (Freundschaft) mit Öl aus Russland, das in der Raffinerie PCK verarbeitet wird. Sie ist mehrheitlich in den Händen des russischen Staatskonzerns Rosneft, der seinen Anteil im vergangenen Jahr ausgeweitet hat, was aber noch geprüft wird. PCK hat nach Angaben des Brandenburger Wirtschaftsministeriums 1200 Beschäftigte.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Auch das Thema Enteignung, welche die Bundesregierung als letztes Mittel erwägt, sieht Schülke kritisch. Grundlage soll eine Novelle des Energiesicherungsgesetzes sein, die bis Mitte Mai beschlossen sein könnte. „Wir sind kritisch mit dem Thema der Enteignung, weil das der Anfang von einem nicht zu kalkulierendem Ende sein könnte“, schätzte der Experte ein. „Wenn wir das machen, dann machen das andere Länder im Zweifel mit deutschen Vermögen im Ausland auch.“

RND/dpa

Mehr aus Wirtschaft

 
 
 
 
 
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.