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Mobiles Surfen wird immer wichtiger

Mobilfunkanbieter O2: „Wachsenden“ Datentarif mit 240 Gigabyte monatlich im Jahr 2042

Die Deutschlandzentrale von Telefónica in München

Die Deutschlandzentrale von Telefónica in München

Frankfurt am Main. Es dürfte kaum ein anderes Geschäft geben, das derartige Zuwächse erzielt. Gemeint ist der Datenverkehr im Mobilfunk. Um fast ein Drittel auf sechs Milliarden Gigabyte ist er laut einer Studie des Telko-Verbandes VATM im vorigen Jahr gestiegen. Kein Wunder, dass die Mobilfunknetzbetreiber in ihre Tarife immer größere Datenpakete packen. Nun kommt die erste Offerte, die automatisch mitwächst.

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Angeboten wird sie vom Unternehmen O2/Telefónica, wie Wolfgang Metze, Privatkundenvorstand bei dem Telekommunikationsunternehmen, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) bestätigte. O2 führe den „ersten mitwachsende Tarif im deutschen Mobilfunk“, sagte Metze. Damit werde das wachsende Bedürfnis nach immer mehr mobilen Daten auf verschiedenen Geräten erfüllt.

Der Netzbetreiber will am Dienstag die Tarifvariante „Grow“ präsentieren, die mit einem monatlichen Datenvolumen von 40 Gigabyte (GB) startet. Laut Unterlagen, die dem RND vorab exklusiv vorlagen, lässt sich das Datenvolumen mit insgesamt zehn verschiedenen mobilen Geräten und auch über die Netze mit 5G-Technik nutzen. Für die kommenden zwei Dekaden sollen jedes Jahr zehn GB zusätzlich automatisch und ohne Aufpreis hinzugebucht werden – am Ende kommen dann 240 GB zusammen. Die neue Variante soll von Anfang Mai an für knapp 30 Euro monatlich vermarktet werden.

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Der Tarif passt ins Bild. Nach Berechnungen des Verbraucherportals Verivox sind die von den drei Netzbetreibern (neben Telefónica noch Vodafone und die Deutsche Telekom) angebotenen Datenvolumina über alle Tarife hinweg zwischen 2019 und 2022 um sage und schreibe rund 150 Prozent gestiegen. Aktuell wird im Durchschnitt ein monatliches Inklusiv-Volumen von 23 Gigabyte angeboten.

Das liegt vielfach weit über dem tatsächlichen Verbrauch. Der rangierte nach Schätzungen der Autoren der VATM-Studie 2021 bei lediglich 3,27 GB im Monat. Die Verivox-Experten gehen davon aus, dass mittlerweile bei der Datennutzung schon zwischen 3,5 und vier Gigabyte zusammen kommen. Dies heißt aber dennoch, dass viele Nutzer mit Tarifen mit deutlich überdimensionierten Datenpaketen unterwegs sind. Zur Orientierung: Wer sich einen Spielfilm in HD-Qualität anschaut, „verbraucht“ dabei über den Daumen zwischen vier und fünf GB.

Trend zu mehr Videos

Die einfache Erklärung für den wachsenden Datenverkehr ist, dass immer mehr bewegte Bilder von Smartphone zu Smartphone hin und her geschickt werden. Ein maßgeblicher Treiber dafür dürfte das soziale Video-Netzwerk TikTok sein. Aber es werden auch zunehmend mehr Filme von Streamingplattformen wie Netflix oder auch Live-Streams von Sportereignissen auf mobilen Geräten konsumiert. Parallel dazu haben sich die Netzbetreiber mit neuer Übertragungstechnik ausgestattet, die erheblich höhere Kapazitäten ermöglicht. 5G spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Die Telefónica-Zielgruppe ist geprägt von Instant-Datennutzung; konsumiert wird überall und sofort.

Jens-Uwe Theumer,

Telko-Experte bei Verivox

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So hat sich denn auch den Verivox-Erhebungen zufolge der durchschnittliche Preis pro Gigabyte seit 2019 mehr als halbiert. Wobei die Differenzen extrem groß sind. Die Spanne reicht von knapp 30 Cent bis zu 6,50 Euro pro Gigabyte – es gibt heftigen Mengenrabatt. Das günstigste Preisgefüge bietet laut Verivox O2. Die Telekom hat es geschafft, die im Schnitt teuersten Tarife durchzusetzen. Im O2-Netz wurden denn auch im vorigen Jahr nach Angaben eines Firmensprechers mit 2,4 Milliarden Gigabyte die meisten mobilen Daten transportiert.

„Die Telefónica-Zielgruppe ist geprägt von Instant-Datennutzung; konsumiert wird überall und sofort“, sagte Jens-Uwe Theumer, Telko-Experte bei Verivox, dem RND. Diese Klientel nutze stationäre Internetanschlüsse seltener und wolle auch nicht über die Verfügbarkeit von öffentlichen Hotspots nachdenken müssen. „Das Datenvolumen des Handytarifs wird somit wichtiger“, fügt er hinzu. Metze spricht indes von Preis-Leistungs-Führerschaft: „Wir öffnen allen Menschen den Zugang zur digitalen Welt und ermöglichen ihnen damit mehr Teilhabe.“

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