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Europas Rohstoffkrise

Auch das noch: Norwegens Gasförderer streiken

Eine Ölplattform des norwegischen Energiekonzerns Statoil steht in der Nordsee vor Norwegens Küste.

Inmitten der Sorgen um die Gasversorgung Europas haben jetzt auch noch Norwegens Öl- und Gasarbeiter die Arbeit niedergelegt. „Der Streik hat begonnen“, sagte Audun Ingvartsen, Vorsitzender der Gewerkschaft Lederne, am Montagabend. Die Öl- und Gasproduktion werde infolge der Arbeitsniederlegung am Dienstag gedrosselt, teilte der norwegische Energiekonzern Equinor mit.

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Der Streik hat begonnen.

Audun Ingvartsen, Gewerkschaftschef

Dies bedeutet unter anderem, dass etwa 13 Prozent der norwegischen Gasexporte gestoppt werden, sagte Elisabeth Brattebø Fenne von dem Industrieverbund Norwegian Oil and Gas Association (NOG) dem Sender NRK. Der Energiekonzern Equinor stoppte am Dienstag infolge des Ausstands die Produktion auf den Feldern Gudrun, Oseberg Sør und Oseberg Øst.

Nach gescheiterten Lohnverhandlungen hätten zunächst 74 technische Mitarbeiter ihre Arbeit niedergelegt, sagte der Vorsitzende der Arbeitnehmerorganisation Lederne, Audun Ingvartsen, der Deutschen Presse-Agentur. Am Mittwoch sollen demnach weitere 117 Mitarbeiter auf drei weiteren Feldern in den Streik treten. Auch hier muss nach Angaben von Equinor die Produktion unterbrochen werden.

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Für die EU-Staaten kommt das zur Unzeit

Für die EU-Staaten kommt das zur Unzeit, sind sie doch wegen ausbleibender russischer Lieferungen auf mehr Gas aus Norwegen angewiesen. Beide Seiten wollten die Zusammenarbeit intensivieren, um kurz- und langfristig zusätzliche Gaslieferungen aus Norwegen zu gewährleisten.

Russland hat etwa die Lieferungen unter anderem an Polen und die Niederlande eingestellt, weil sie die von Russland eingeführten neuen Bezahlmodalitäten ablehnten. Aufgrund der Lieferkürzungen hat Norwegen seine Gasproduktion bereits hochgefahren und erklärt, seinen Absatz dieses Jahr um acht Prozent zu steigern.

Die EU importiert bisher rund 20 Prozent seines Gases aus Norwegen. Aus Russland kamen vor dem russischen Einmarsch in die Ukraine am 24. Februar rund 40 Prozent.

Die Mitglieder der Gewerkschaft Lederne, die rund 15 Prozent der Offshore-Erdölarbeiter des Landes vertreten, hatten am Donnerstag einen von Unternehmen und Gewerkschaftsführern ausgehandelten Tarifvertrag abgelehnt. Nach Angaben der Arbeitgeberorganisation Norsk olje og gass könnten nach der Ausweitung des Streiks 13 Prozent der gesamten Gasproduktion Norwegens betroffen sein. „Der Streik wird zu einem Verlust der Ölproduktion von 130.000 Barrel am Tag und einem Verlust der Gasproduktion von 292.000 Barrel Öläquivalent am Tag führen“, teilte die Organisation mit.

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Ingvartsen sagte, er hoffe, dass es schnell zu Gesprächen komme: „Wir müssen dieses Mittel nutzen, um die Arbeitgeber aufzuwecken. Sie müssen sehen, was passiert, wenn sie nicht mit uns reden.“ Gibt es keine baldige Einigung, könnten nach seinen Angaben ab dem 9. Juli weitere 191 Mitarbeiter auf drei großen Plattformen streiken.

Norwegen ist Deutschlands zweitgrößter Gaslieferant und lieferte 2021 45 Prozent der deutschen Erdgasmenge. Norwegen will die Erdgasförderung in den kommenden Monaten erhöhen und mehr nach Europa exportieren.

RND/stu/dpa

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