Niedrigzinsen: Jede vierte Bank hat die Preise für Girokonten bereits erhöht

  • Etwa ein Viertel aller deutschen Banken hat in diesem Jahr bislang die Preise für Giro-Konten erhöht.
  • Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken hatten deutliche Steigerungen.
  • Fachleute gehen davon aus, die Preise auch bei anderen Geldinstituten steigen.
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Bankdienstleistungen werden teurer: Einer Erhebung des Finanzdienstleisters Biallo zufolge hat etwa ein Viertel aller deutschen Banken im ersten Halbjahr 2019 die Preise für Girokonten angehoben. „In der zweiten Jahreshälfte dürften noch viel mehr Geldhäuser an der Preisschraube drehen“, glaubt Biallo-Gründer Horst Biallo.

Sparkassen und Volksbanken drehen an der Preisschraube

Der Finanzdienstleister hat eigenen Angaben zufolge bei etwa einem Viertel der von ihm erfassten Banken Kostensteigerungen bei den Girokonten ausgemacht. 327 von 1300 Geldinstitute hätten die Preise angehoben. Biallo hat nach eigenen Angaben etwa 90 Prozent der deutschen Banken im Blick. Besonders hart hat es demnach Kunden der Genossenschaftsbanken getroffen. Sowohl Sparkassen als auch Volks- und Raiffeisenbanken hätten bei den besonders beliebten Filial- und Internetkonten kräftig zugelangt, schreibt Biallo. „Sie hoben deren Monatspauschalen um rund 35 Prozent an.“

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Allerdings warnt Biallo, dass nicht nur Monatspreise gestiegen seien. „Teurer wurden auch die Giro- und Kreditkarten. Oder es wurde plötzlich Geld verlangt, wenn der Kunde das SB-Terminal benutzt.“

Warum steigen die Kosten?

Denn Biallo rechnet damit, dass weitere Geldhäuser mit Erhöhungen nachziehen. Entsprechende Erwägungen gab es zuletzt unter anderem bei den Sparkassen – die für den Schritt die Niedrigzinspolitik der EZB verantwortlich machen. Diese verursache „immense betriebswirtschaftliche Kosten“ bei den Geldinstituten, sagte jüngst Helmut Schleweis, Präsident des Sparkassen- und Giroverbands (DSGV). Er warnte: „Die Möglichkeiten der Sparkassen, das abzupuffern, sind endlich.“

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Mahnende Worte kamen am Mittwoch auch von Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing. Seinem Institut würden die niedrigen Zinsen sowie die negativen Einlagezinsen Kosten in dreistelliger Millionenhöhe bescheren. Dass die EZB eine weitere Zinssenkung erwägt, kritisierte Sewing vehement. Um die Konjunktur anzukurbeln, sei vielmehr ein Investitionsprogramm des Staates nötig.