Nicht nur Lufthansa: 14 Unternehmen haben Interesse an Staatsbeteiligung

  • Die Staatshilfe und damit verbundene Beteiligung des Bundes bei der Deutschen Lufthansa könnte nicht der einzige Deal dieser Art bleiben.
  • Gut ein Dutzend Unternehmen haben einem Zeitungsbericht zufolge schon Rekapitalisierungshilfen wegen der Corona-Krise angefragt.
  • Die Namen der Unternehmen, die um Staatshilfe bitten, werden bislang gut behütet.
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Die Deutsche Lufthansa dürfte wohl nicht der einzige große Konzern in Deutschland bleiben, bei dem der Bund mit Kapital aushelfen und eine Beteiligung erlangen wird. Wie das “Handelsblatt” berichtet, prüft die Bundesregierung den Einstieg in weitere Unternehmen.

Die Zeitung zitiert aus einer Antwort von Wirtschaftsstaatssekretär Ulrich Nußbaum auf eine schriftliche Frage der Grünen-Politikerin Katharina Dröge, wonach 14 Unternehmen bereits ausdrücklich Bedarf an einer Rekapitalisierung angezeigt haben.

Die Namen der Unternehmen, die um Staatshilfe bitten, sind bisher nicht bekannt. Die Bundesregierung hatte im März, zu Beginn des Corona-Lockdowns, mit einem Volumen von 600 Milliarden Euro den Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) aufgelegt, zu dem mittlerweile auch die EU-Kommission ihre Zustimmung gegeben hat.

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Die meisten Firmen an Kreditgarantien interessiert

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Der WSF ist vor allem für Konzerne und größere Mittelständler gedacht und soll auf zwei Arten helfen: Garantien des Bundes zur Absicherung von Krediten einschließlich Kreditlinien und Kapitalmarktprodukte im Fremdkapitalbereich sichern und Rekapitalisierungen zur direkten Stärkung des Eigenkapitals durchführen. Laut “Handelsblatt” sei es noch nicht klar, wie viele der besagten 14 Antragsteller ihre Kapitalbasis tatsächlich mit Steuermitteln auffüllen werden.

Insgesamt habe die Bundesregierung laut Nußbaum von “knapp 60 Unternehmen Interessenbekundungen” für den WSF erhalten. Jedoch sei die deutliche Mehrzahl dieser Firmen eher an Kreditgarantien interessiert und nicht an Rekapitalisierungsmaßnahmen wie bei der Lufthansa.

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Gefördert werden aus dem WSF grundsätzlich nur Unternehmen, die in den letzten beiden bereits bilanziell abgeschlossenen Geschäftsjahren vor dem 1. Januar 2020 mindestens zwei der drei folgenden Kriterien erfüllt haben: eine Bilanzsumme von mehr als 43 Millionen Euro, mehr als 50 Millionen Euro Umsatzerlöse sowie mehr als 249 Arbeitnehmer im Jahresdurchschnitt.

RND/casc

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