Neues Abkommen mit den USA: Luxemburg setzt auf den Weltraum-Bergbau

Rohstoffe, die im Weltall abgebaut und auf der Erde genutzt werden? Noch klingt das nach Zukunftsmusik. Wäre da nicht das kleine Luxemburg, das die Idee vorantreibt – und einen weiteren Erfolg erzielt hat.

Anzeige
Anzeige

Luxemburg. Luxemburg hat eine weitere Etappe bei der wirtschaftlichen Erschließung des Weltalls absolviert: Mit den USA schloss der europäische Staat ein Abkommen.

„Dies ist ein historischer Meilenstein für die bilaterale Zusammenarbeit beider Seiten“, sagte Luxemburgs Wirtschaftsminister Etienne Schneider am Freitag in Luxemburg nach der Unterzeichnung einer entsprechenden Absichtserklärung. US-Handelsminister Wilbur Ross erklärte: „Dies ist der Beginn einer außerordentlichen Beziehung.“

Die Vereinbarung sieht die Förderung neuer Geschäfts- und Investitionsmöglichkeiten vor. Bei Projekten der zivilen Forschung, der Erdbeobachtung, der wirtschaftlichen Nutzung von erdnahen Asteroiden, der Navigation im Weltraum und der Kommunikation wolle man zusammenarbeiten.

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

Luxemburg ist bisher das einzige europäische Land, das den Abbau von Rohstoffen im All gesetzlich geregelt hat. Das Großherzogtum hatte im vergangenen September eine Weltraumagentur gegründet. Sie soll Projekte rund um den Abbau von Rohstoffen und Erden wie beispielsweise Eisen, Nickel, Zink, Mangan, Kobalt und Wolfram vorantreiben. Ross sagte, man wolle auch Finanzierungs- und Versicherungsunternehmen in kommerzielle Raumfahrtprojekte einbinden.

Luxemburgs Premierminister Xavier Bettel hatte schon 2016 über die Bedeutung der Weltraumagentur gesagt, Luxemburg wolle „eine globale Führungsrolle bei der nachhaltigen Nutzung von Weltraumressourcen übernehmen“. Auch habe das Land „den Ehrgeiz, zu den zehn wichtigsten Raumfahrtnationen zu gehören“.

In Deutschland fordert der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), ebenfalls mehr Anstrengungen der Bundesregierungen was die Erschließung des Weltraums anbelangt. "Wenn Deutschland seine Schlüsselposition in der Luft- und Raumfahrt behalten und ausbauen will", müsse die Bundesregierung rasch ihren im Koalitionsvertrag angekündigten Plan umsetzen - nämlich ein Weltraumgesetz mit einem gesonderten Kapitel für Weltraumbergbau verabschieden, erklärt der Verband in einem Positionspapier.

Von RND/dpa

“Staat, Sex, Amen”
Der neue Gesellschaftspodcast mit Imre Grimm und Kristian Teetz
  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen