Neue Verpackung: Frosta will komplett auf Plastik verzichten

  • Marktführer Frosta verkauft seine Tiefkühlprodukte künftig ohne Plastikhülle.
  • Stattdessen soll eine Papierverpackung zum Einsatz kommen – was allerdings die Preise hochtreiben dürfte.
  • Und auch abseits dessen ist es eine riskante Entscheidung für das Unternehmen.
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Marktführer Frosta will ab Januar auf Plastikverpackungen verzichten. Wie die „Welt“ berichtet, sollen 40 Millionen Tiefkühlartikel pro Jahr zukünftig in neuartigen Papiertüten verkauft werden – egal ob Fisch, Fleisch oder Gemüse.

Bei Frosta ist man offenbar überzeugt, dass das funktioniert. „Zwei Jahre lang haben unsere Entwickler daran gearbeitet“, sagte der Mehrheitseigentümer und Chef des Tiefkühlkostherstellers Felix Ahlers der „Welt“. Denn unkompliziert war die Erfindung nicht. Schließlich muss eine Packung von Tiefkühlkost wasserfest sein, zugleich darf sie nicht zu schnell reißen.

Wie die „Welt“ berichtet, basiert die neue Verpackung deshalb auf besonders dichtem Papier, das unter anderem bei Zementsäcken zum Einsatz kommt. Ein Patent für das Verpackungskonzept für Lebensmittel sei mittlerweile angemeldet – auch, weil Frosta noch weitere Hürden meistern musste: Die Farbe für den Aufdruck hielt laut Ahlers zunächst auf Papier nicht so gut, zumal Frosta wegen des Umwelteffekts kein gebleichtes, weißes Papier nutzen wollte.

Neue Verpackung „sieht nach öko aus“

Firmenchef Ahlers ist nun zufrieden. „Die Optik sieht jetzt nach öko aus“, sagte der Firmenchef der „Welt“. Er betonte aber auch, dass er mit dem Schritt ein Risiko eingehe. Denn niemand könne wissen, ob die Kunden die Veränderung akzeptieren – zumal die Preise um bis zu 20 Cent pro Packung steigen dürften. Dafür bekommen Kunden eine Packung, die nach Unternehmensangaben auch komplett kompostierbar ist.

Bei Umweltverbänden kommt die Neuerung gut an. Zwar sei es nicht immer umweltfreundlicher, Plastik durch Papier zu ersetzen, erklärte Daniel Müsgens vom World Wide Fund For Nature (WWF). Doch im konkreten Fall sei der eingesetzte Zellstoff ein Fortschritt.

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Nicht die erste Pionierrolle für Frosta

Für Frosta sind mutige Schritte kein völliges Novum: Das Unternehmen gehörte zu den ersten großen Akteuren der Nahrungsmittelindustrie, die in Deutschland auf viele Zusatzstoffe verzichteten, ebenso wie Frosta im Vergleich zur Konkurrenz sehr umfangreiche Angaben über Art und Herkunft der Inhaltsstoffe macht. Diesem Trend folgen mittlerweile aber auch andere Hersteller.

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RND/hö