Kolumne „Grenformation“

Neue Ölfelder: Investitionen für die Klimakatastrophe

Bohrinsel in der Nordsee.

Bohrinsel in der Nordsee.

Frankfurt am Main. Investitionen für die Klimakatastrophe: Das hört sich ziemlich schräg an, bringt aber auf den Punkt, was Big Oil gerade macht. Die Denkfabrik Carbon Tracker hat die Investitionspläne der großen Ölkonzerne analysiert. 2021 und im ersten Quartal 2022 kam ein Gesamtvolumen von rund 58 Milliarden Dollar zusammen. Inzwischen ist es noch mehr. So hat der US-Multi Chevron am Donnerstag mitgeteilt, dass er allein die Ausgaben für die Erschließung neuer Öl- und Gasfelder um zwei Milliarden auf 17 Milliarden Dollar hochschraubt.

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Laut Carbon Tracker bedeuten schon die 58 Milliarden: Sollen sich die gigantischen Investitionen rentieren, müsste die Nachfrage nach der fossilen Energie so stark steigen, dass die Erderwärmung um deutlich mehr als 2,5 Grad steigt. Die Weltgemeinschaft hat sich hingegen auf ein Plus von nur 1,5 Grad geeinigt, um die Folgen einigermaßen einzudämmen.

Investitionen von Big Oil: Das kann nicht gut gehen

2020, im Jahr der Pandemie, sahen die Pläne von Big Oil noch ganz anders aus. Investitionsvorhaben wurden reihenweise kassiert. Doch als sich die Wirtschaft schnell erholte, ging es hurtig wieder in die andere Richtung. Inzwischen macht sich auch bei Eni (Italien), Total-Energies (Frankreich) oder Shell (Großbritannien) eine neue Goldgräberstimmung breit – angesichts des Ukraine-Krieges nebst Energiekrise. Selbst die rot-grün-gelbe Bundesregierung bekniet – unausgesprochen – die Konzerne, mehr Öl und Gas zumindest vorübergehend zu produzieren. Und die lassen sich nicht lange bitten.

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Das alles kann nicht gut gehen: Entweder kommt es tatsächlich zum Kollaps des Erdsystems oder zum Kollaps der Konzerne, die einen Großteil der Investitionen abschreiben müssen, weil sich die Erneuerbaren durchsetzen. Der Ausweg kann nur sein, dass Big Oil seine Pläne ganz schnell umschreibt und den Klimazielen anpasst. Wenn sie es nicht freiwillig tun, müssen sie von ihren Regierungen dazu gezwungen werden. Dass da was geht, zeigt BP: Die Briten wollen ihre Öl- und Gasgewinnung bis 2030 um 43 Prozent reduzieren. Womit BP auf den 1,5-Grad-Pfad eingebogen ist.

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