Mercedes stellt neue S-Klasse vor - erste Bilder von Innenausstattung

  • Sie ist das Prestigeobjekt von Mercedes: Kein anderes Fahrzeug steht so für die Marke wie die S-Klasse.
  • Immer, wenn eine neue Generation startet, soll nichts weniger als das beste Auto der Welt auf die Räder gestellt werden.
  • Das neue Flaggschiff soll Ende des Jahres auf dem deutschen Markt erhältlich sein.
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Stuttgart. Nach den herben Rückschlägen der vergangenen Monate setzt der Autobauer Daimler zum lange geplanten Befreiungsschlag an. Die S-Klasse, Luxus-Flaggschiff und traditionell prestigeträchtigstes Modell aus dem Hause Mercedes-Benz, soll den Wendepunkt markieren in einem bislang von der Corona-Krise weitgehend verhagelten Jahr. Am Mittwoch enthüllte Vorstandschef Ola Källenius im Werk in Sindelfingen bei Stuttgart das neue Modell – und eine komplett neue Fabrik für das Vorzeigeauto gleich mit dazu.

Ende des Jahres soll der Wagen in Deutschland und Europa auf den Markt kommen, China und die USA folgen in der ersten Jahreshälfte 2021.

Weniger Verbrauch auch dank elektrischer Unterstützung

Mit der neuen Generation wächst die Luxuslimousine noch einmal. Sie legt beim Radstand bis zu sieben und in der Länge um bis zu fünf Zentimeter zu und bietet entsprechend mehr Platz für Passagiere und Gepäck. Trotzdem wird die auch künftig in zwei Längen mit 5,18 und 5,29 Metern angebotene Limousine etwas leichter als der Vorgänger.

Weil zudem der Luftwiderstand gesenkt wurde und die Motoren unter anderem dank Mild-Hybrid-Technik sparsamer werden, verspricht Mercedes einen deutlich reduzierten Verbrauch. Die effizientesten S-Klassen aus der Startaufstellung kommen auf einen Normwert von 6,6 Liter Diesel (163 g/km CO2) oder 7,8 Liter Benzin (178 g/km). Noch sparsamer wird der Plug-in-Hybrid, der einige Monate später angeboten wird und auf 100 Kilometer elektrische Reichweite kommen soll.

Cockpit ist mit neuem Infotainment-System ausgestattet

In den ersten Monaten gibt es die S-Klasse zunächst als S 350d mit einem 3,0-Liter-Diesel mit 210 kW/286 PS, als 400d mit dem gleichen Motor aber 243 kW/330 PS sowie mit einem ebenfalls drei Liter großen Sechszylinder-Benziner, der im S 450 auf 270 kW/367 PS und im S 500 auf 320 kW/435 kommt. Alle vier Motoren ermöglichen ein Spitzentempo von 250 km/h und werden mit Allrad angeboten, für den man nur beim schwachen Diesel Aufpreis zahlen muss.

Mercedes-Benz S-Klasse, 2020, Outdoor, Interieur: Leder Nappa Sienabraun Mercedes-Benz S-Class, 2020, outdoor, interior: leather siena brown. © Quelle: Mercedes-Benz AG

Zu den wichtigsten Innovationen der Luxuslimousine zählt Mercedes die nächste Generation des Infotainment-Systems MBUX mit neuer Bildschirmlandschaft, digitalem 3D-Cockpit, riesigem Head-up-Display und vorausschauendem Interieur-Assistenten. So erkennt das System etwa an Bewegung und Blickrichtung des Fahrers, welchen Spiegel er verstellen will und aktiviert den entsprechenden Schalter.

Der Innenraum wird zur Massagepraxis

Die Hinterachslenkung erlaubt im Heck bis zu zehn Grad Lenkwinkel und lässt die S-Klasse so beim Rangieren gefühlt auf das Format der A-Klasse schrumpfen. Daneben versprechen die Schwaben neue Komfort- und Sicherheitssysteme wie zehn Massage-Programme, ein Soundsystem mit Sitzvibration oder einen ersten Frontairbag für Hinterbänkler bis hin zum autonomen Fahren. Bei entsprechender Gesetzeslage soll das auf ausgewählten Strecken bis Tempo 60 im zweiten Halbjahr 2021 verfügbar sein und dem Fahrer die Möglichkeit zum Internet-Surfen und E-Mail-Schreiben im Stau geben, so Mercedes weiter.

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Die neue Mercedes-Benz S-Klasse bietet auch auf der Rückbank höchsten Komfort. © Quelle: Daimler AG

Zwar wird es beim jetzt vorgestellten Portfolio nicht bleiben, die Schwaben versprechen neben dem Plug-in-Hybriden mindestens eine AMG-Version sowie einen nochmals gestreckten Maybach, für den sie auch wieder einen Zwölfzylinder anbieten werden. Doch ganz so breitgefächert wie zuletzt wird das Modellprogramm künftig nicht mehr: Für Coupé und Cabrio gibt es nach dem letzten Stand der Dinge keine Zukunft.

Daimler nimmt neue S-Klasse-Fabrik in Sindelfingen in Betrieb

Vorzeigefabrik für das Vorzeigeauto: Parallel zur Premiere der neuen Mercedes-S-Klasse hat der Autobauer Daimler an seinem Traditionsstandort in Sindelfingen eine neue Fabrik in Betrieb genommen. Die etwa 30 Fußballfelder große “Factory 56” hat rund 730 Millionen Euro gekostet und soll die Produktion deutlich flexibler und effizienter machen, wie Daimler am Mittwoch mitteilte. In dem rundum auch mit 5G-Technik vernetzten und digitalisierten und zudem CO2-neutral betriebenen Werk sollen künftig die Flaggschiffe von Mercedes gebaut werden: neben der S-Klasse später auch das Elektromodell EQS und der Maybach.

Die Karosserie einer S-Klasse hängt im Werk "Factory 56" an einem Roboter. In der neuen komplett digitalisierten und vernetzten Fabrik wird die neue S-Klasse gebaut. © Quelle: Silas Stein/dpa
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Die Halle sei allerdings so konzipiert, dass je nach Nachfrage auch jedes andere Modell vom Kompaktwagen bis zum SUV in die laufende Produktion integriert werden könne, hieß es. Daimler will die “Factory 56” zudem auch als Bekenntnis zum Standort Deutschland verstanden wissen. Insgesamt steckt der Konzern rund 2,1 Milliarden Euro in den Ausbau des Sindelfinger Werks, in dem rund 35.000 Menschen arbeiten. Allein in der neuen S-Klasse-Fabrik sollen es künftig etwa 1500 in zwei Schichten pro Tag sein.

RND/dpa

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