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Onlinebörsenhandel: Für wen lohnen sich Neo-Broker?

Eine Börsen-App (Symbolfoto). Neo-Broker wie Robinhood oder Trade Republic haben immer mehr Zulauf.

Stuttgart. Der Lockdown im vergangenen Jahr hat vielen Menschen Zeit verschafft, sich mit Dingen und Themen zu beschäftigen, die im normalen Alltag eher am Ende der „To-Do-Liste“ stehen. Für viele ist es das Thema Geldanlage – und damit fast unweigerlich verbunden die Börse, denn angesichts der Nullzinsen auf Sparguthaben müssen neue Optionen her, um das eigene Vermögen aufzubauen.

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Laut Deutschem Aktieninstituts (DAI) waren im vergangenen Jahr fast 12,4 Millionen Menschen am Aktienmarkt aktiv. Damit hat etwa jeder Sechste Geld in Aktien investiert. Vor allem junge Menschen entdeckten die Börse für sich – laut DAI waren es fast 600.000 junge Erwachsene unter 30 Jahren, die ihr erstes Depot eröffneten.

Mit der App an der Börse handeln

Einer der Gründe für das wachsende Interesse junger Menschen ist die immer niedrigere Eintrittsschwelle infolge der Digitalisierung. Mit einer App auf dem Smartphone zu handeln, ganz einfach Aktien zu kaufen und zu verkaufen – das hat für viele einen großen Reiz. Solche Smartphone-Apps werden unter dem Begriff Neo-Broker zusammengefasst, und ihnen allen ist gemein, dass sie mit einer sehr günstigen Kostenstruktur um Kunden werben.

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Neo-Broker haben die Branche gehörig durcheinandergewirbelt. Waren es bisher die großen bekannten Onlinebroker wie Comdirect und Consors, die den Markt beherrschten, müssen diese sich nun mit neuer Konkurrenz auseinandersetzen. Laut einer Adisfaction-Studie aus dem Jahr 2020 ist knapp ein Viertel aller Brokerkunden wechselwillig. Dass sie in fünf Jahren noch beim gleichen Broker sind, halten 21,2 Prozent der Befragten für eher bis sehr unwahrscheinlich, heißt es weiter in der Studie.

Trading-App Robinhood & Co

Die Speerspitze der Neo-Broker-Bewegung ist zweifelslos das Unternehmen Robinhood. Der Name ist Programm. So wollten die Gründer Vlad Tenev und Baiju Bhatt „armen“ Kleinanlegern etwas ermöglichen, was für „reiche“ Wall-Street-Banken eine Selbstverständlichkeit war – der nahezu kostenlose Handel mit Wertpapieren. Heute ermöglicht die Trading-App, die bereits 2013 ins Leben gerufen wurde, den gebührenfreien Handel mit Aktien, Optionen oder Kryptowährungen.

Robinhood hat dabei die Finanzmärkte gleich in mehrfacher Hinsicht revolutioniert. Sowohl in positiver als auch in negativer Hinsicht. Kritiker werfen Robinhood vor, das Zocken an den Börsen anzuheizen. Dass dieser Vorwurf durchaus berechtigt ist, zeigte sich rund um das Auftreten sogenannter Meme-Stocks. Im Gedächtnis vieler Marktteilnehmer dürften vor allem die Kurskapriolen der GameStop-Aktie und der Anteilsscheine der US-Kinokette AMC Entertainment geblieben sein.

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Robinhood ist bei Weitem nicht der einzige Neo-Broker. Zu den Alternativen für deutsche Anleger zählen hierzulande vor allem Trade Republic, Scalable Broker, finanzen.net zero, Smartbroker oder justTrade.

Die Kosten sind das große Thema

Anders als klassische Onlinebroker wollen Neo-Broker nicht ein breites Marktsegment abdecken. Stattdessen konzentrieren sie sich auf einen oder wenige Investmentbereiche. Zudem zählen sie zu den Discountanbietern: Ihre Angebote sind kostenlos oder nahezu kostenlos. Außerdem bieten sie ihre Dienste in vielen Fällen lediglich über Apps an. Und dies häufig sogar rund um die Uhr. Das Thema Kosten sollten Anleger aber genau im Auge haben, denn nicht immer ist bei Neo-Brokern alles wirklich kostenlos. Aufpassen sollten Anleger etwa bei den Transaktionskosten.

Eine andere Kritik an Neo-Brokern ist, dass deren Geschäftsmodell einzig auf Masse basiert. Sie sind deshalb daran interessiert, möglichst viele Trades für ihre Kunden auszuführen. Dies fördert das Spekulieren und animiert Nutzer nicht dazu, Aktien langfristig zu halten.

Broker: Vergleichen lohnt sich immer

„Bevor Anleger sich für einen Neo-Broker entscheiden, sollten sie sich Gedanken darüber machen, was ihnen beim Wertpapierhandel wichtig ist“, rät daher das Onlineportal Brokervergleich.de. Die Seite gibt seit 2013 einen Überblick über verschiedenen Brokertypen. So sollten Anleger auch bedenken, dass Neo-Broker ihr Angebot in Bezug auf die Anzahl der zur Verfügung stehenden Handelsplätze oder Ordertypen im Vergleich zu klassischen Onlinebrokern zum Teil stark reduzieren.

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Auch beim Handel außerhalb der üblichen Börsenzeiten gibt es Unterschiede, und die angebotenen Handelspreise können sich deutlich von denjenigen unterscheiden, die bei Öffnung der Handelsplätze gelten.

Am Ende müssen Anleger entscheiden, was ihnen wichtiger ist: niedrige Gebühren oder mehr Service.

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