Negativzinsen ab dem ersten Euro für neue Privatkunden kein Tabu mehr

  • In Sachsen-Anhalt verlangt die erste Sparkasse ein sogenanntes „Verwahrentgelt“ – gemeint sind Negativzinsen.
  • Auch die Frankfurter Volksbank denkt laut FAZ in diese Richtung.
  • Die Institute reagieren damit auf die Geldpolitik der EZB.
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Frankfurt/Main. Negativzinsen für neue Privatkunden sind bei Sparkassen und Volksbanken kein Tabu mehr. Die Kreissparkasse Stendal weist auf ihrer Homepage darauf hin, dass für ihr S-Tagesgeldkonto „für Guthaben ab 0,01 Euro ein Verwahrentgelt berechnet wird“. Auf Nachfrage der „Bild“-Zeitung erklärte das Institut in Sachsen-Anhalt, dieser „präventive Hinweis“ richte sich an „Neukunden, die ausschließlich ihr Geld bei uns hinterlegen wollen“, also nicht zusätzlich zum Beispiel auch ein Girokonto eröffnen.

Nach Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ trägt sich auch die Frankfurter Volksbank – immerhin Deutschlands zweitgrößte Volksbank – mit dem Gedanken, Neukunden ab dem ersten Cent ein Verwahrentgelt abzuverlangen. In einer schriftlichen Stellungnahme betonte die Frankfurter Volksbank, sie werde „keine Verwahrentgelte auf Spareinlagen erheben“.

Das Frankfurter Institut erklärte weiter: „Vor dem Hintergrund der aktuellen Geldpolitik der Europäischen Zentralbank sind wir wie viele andere Banken in Überlegungen zu der Berechnung von Verwahrentgelten auf Girokonten, Tagesgeld- und Festgeldkonten.“ Über das weitere Vorgehen sei bis dato nicht entschieden.

Geld parken bei der EZB ist teuer für Banken

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Geschäftsbanken müssen mittlerweile 0,5 Prozent Zinsen zahlen, wenn sie überschüssige Gelder bei der Europäischen Zentralbank (EZB) parken. Auch wenn es neuerdings Freibeträge für bestimmte Summen gibt, bleibt dies für die Branche eine Milliardenbelastung. Immer mehr Banken in Deutschland geben diese Kosten weiter und berechnen ihren Kunden Negativzinsen. Bislang traf dies ausschließlich Firmenkunden und reiche Privatkunden.

RND/dpa

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