Nach Twitter-Hack: Das sollten Sie über die Kryptowährung Bitcoin wissen

  • Unbekannte haben die Twitter-Accounts von Elon Musk, Joe Biden, Jeff Bezos und weiteren Prominenten gehackt und so versucht, an Bitcoins zu gelangen.
  • Die Internetwährung ist bei Spekulanten, normalen Nutzern aber auch Cyber-Kriminellen beliebt.
  • Das liegt unter anderem an der damit verbundenen Anonymität.
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Es ist seit Jahren ein hippes Thema unter Anlegern und vor allem bei Krypto-Fans: Der Bitcoin ist die bekannteste elektronische Währung, eine sogenannte Kryptowährung, die nur per Computer-Netzwerk zur Bezahlung benutzt werden kann.

Der Begriff “Bitcoin” setzt sich aus zwei Bestandteilen zusammen: Ein “Bit” ist die kleinste Speichereinheit auf einem Computer, “Coin” der englische Begriff für Münze - zusammengesetzt lässt sich der Begriff also mit “digitale Münze” übersetzen. Entsprechend wird der Bitcoin auch als die digitale Währung der Welt bezeichnet. Wer sie erschaffen hat, ist unklar - die betreffende Person oder Gruppe verbirgt sich hinter dem Pseudonym “Satoshi Nakamato”.

Bitcoin: Die bekannteste Kryptowährung

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Bitcoin war die erste Art von digitalen Zahlungsmöglichkeiten, die heute als Kryptowährungen bekannt sind. Inzwischen sind zahlreicher weitere Kryptowährungen gefolgt: Die bekanntesten nach Bitcoin sind unter anderem Ethereum oder Ripple. Aktuell existieren mehr als 2100 verschiedene Kryptowährungen mit einer Marktkapitalislierung von mehr als 270 Milliarden Dollar weltweit, die sich aber bei der Anwendung und in ihrer Technologie unterscheiden.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Währungen werden Bitcoins nicht gedruckt. Es gibt auch keine Bitcoin-Münzen, auch wenn es diese zur Visualisierung der Währung auf Finanzmessen und zu Werbezwecken zu sehen sind. Bitcoin existieren ausschließlich in digitaler Form. Traditionelle Währungen existieren sowohl digital (das Bezahlen mit Paypal ist ein Beispiel dafür), als auch physisch in Form von Bargeld.

Wie funktionieren Bitcoins?

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Bitcoin ist eine elektronische Währung, die dezentralisiert mittels eines Peer-to-Peer-Netzwerkes im Internet erzeugt sowie auf Basis von digitalen Signaturen verschlüsselt wird. Die Daten über Transaktionen werden bei sehr vielen Beteiligten gespeichert. Wenn einzelne Teilnehmer ausfallen, gehen Daten nicht verloren. Staatliche Notenbanken wie die amerikanische Fed oder die EZB haben keinen Zugang. Lediglich eine Gruppe von Programmierern warten diverse Server des weltweiten Netzwerkes.

Es gibt auch keine Möglichkeit, beliebig viele Bitcoins zu erschaffen. Die maximale Anzahl aller Bitcoins ist limitiert auf 21 Millionen Stück. Alle paar Stunden wird eine kleine Zahl neuer Bitcoins mit einer ständig abnehmenden Geschwindigkeit generiert. Wenn 21 Millionen Stück erschaffen wurden, ist Schluss. Experten gehen davon aus, dass alle Bitcoins zwischen 2130 und 2140 generiert sein dürften.

Beliebt bei Spekulanten

Diese “Endlichkeit” erklärt auch, warum Bitcoins für viele Anleger ein spekulatives Investment in den vergangenen Jahren wurde. Denn wenn die Nachfrage steigt, das Angebot aber währenddessen das gleiche bleibt, dürfte am Ende der Preis eines Bitcoins steigen. Dass dies keine Einbahnstraße ist, zeigt der langfristige Bitcoin-Chart.

Der Bitcoin-Kurs ist ein ständiges Auf und Ab: Von 10 Euro im Jahr 2012 kletterte der Wert eines Bitcoins über 16.000 Euro im Dezember, um anschließend innerhalb eines Jahres bis auf unter 3000 Euro wieder abzustürzen. Aktuell kostet ein Bitcoin wieder mehr als 8000 Dollar.

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Wie kaufe ich Bitcoins?

Weil Bitcoins eben kein herkömmliches physisches Zahlungsmittel sind, kann man sie weder am Bankschalter noch am Geldautomaten beziehen. Kaufen und Handeln kann man Bitcoins über Internet-Handelsplattformen wie beispielsweise bitcoin.de.

Ähnlich wie beim Geldabheben am Bankautomaten, wo man anschließend das Bargeld im Portemonnaie sicher bewahrt, gibt es für Bitcoins einen digitalen Geldbeutel: die sogenannte “Wallet”. Diese digitale Geldbörse lässt sich in Form einer App beziehen, um anschließend über diese Bitcoins empfangen und versenden zu können.

Beliebte Währung bei Internet-Betrügern

Auch wenn die Akzeptanz der Digitalwährung Bitcoin seit Jahren steigt (unter anderem akzeptieren Unternehmen wie Microsoft oder Lieferando Bitcoins als Zahlungsmittel), bleibt sie aufgrund der damit verbundenen Anonymität für viele Internet-Gaunereien eine ideale Möglichkeit, Vorschussbetrügereien, sogenannte Scams, durchzuführen. So auch im Fall des Twitter Hacks: Unbekannten war es gelungen, Werbung für dubiose Kryptowährungs-Deals über Profile von Prominenten wie Ex-Präsident Barack Obama, US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden und Amazon-Chef Jeff Bezos sowie von Unternehmen wie Apple und Uber zu verbreiten.

Aufpassen bei Transaktionen

Bitcoins für solche Betrügereien zu benutzen, macht insofern Sinn, als nicht nur die Anonymität gewährt ist, sondern eine Bitcoin-Transaktion auch unwiderruflich ist. Bitcoin Transaktionen können, im Gegensatz zu herkömmlichen Währungen, nicht umgekehrt beziehungsweise zurückgeholt werden. Das heißt: Fehlerhafte Transaktionen lassen sich im Nachhinein nicht einfach rückabwickeln.




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