Condor will Überbrückungskredit - und bekommt viel Zuspruch

  • Der britische Tourismuskonzern Thomas Cook ist pleite - was auch die deutsche Airline Condor bedroht.
  • Diese hofft nun auf einen Überbrückungskredit mit staatlicher Garantie.
  • Bei der Forderung bekommt die Fluggesellschaft viel Unterstützung.
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Düsseldorf. Unmittelbar nach der Pleite des britischen Touristikkonzerns Thomas Cook gab sich die deutsche Tochter Condor ihren Flugbetrieb optimistisch. "Wir führen den Flugbetrieb ganz regulär fort", sagte ein Sprecherin am Montagmorgen der Deutschen Presse-Agentur. Natürlich gebe es besorgte Kunden, die sich bei dem Ferienflieger telefonisch meldeten. "Es ist toll, unseren Kunden sagen zu können, dass wir weiter fliegen und dass der Flug normal geht", sagte sie.

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Wie lange das so weitergeht, ist aber unklar. Denn Pleiten eines Mutterkonzerns erwischen oft auch die Konzerntöchter. Condor hat nun vorgesorgt und nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur einen staatlich garantierten Überbrückungskredit beantragt. Die Bundesregierung arbeitet nach Angaben des Wirtschaftsministeriums mit Hochdruck daran, den gewünschten Überbrückungskredit zu prüfen.

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Unterstützung für Condor kommt von der Arbeitnehmerseite. Die Pilotengewerkschaft Cockpit sieht den Bund in der Verantwortung, die Arbeitsplätze mittels eines Überbrückungskredits bei der Fluggesellschaft Condor zu sichern. „Die deutsche Tochter der Thomas Cook ist seit langem eine profitable Airline“, betonte die Vereinigung Cockpit.

Flughäfen sind optimistisch

Die deutschen Flughäfen setzen auf einen staatlichen Überbrückungskredit für die Thomas-Cook-Tochter Condor. Damit hätte der Ferienflieger eine Chance zum langfristigen Weiterbetrieb, hieß es am Montag in einer Stellungnahme der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV). "Viele Passagiere an den größeren Flughafenstandorten Düsseldorf, Frankfurt, Hannover, Hamburg, Leipzig, München und Stuttgart sind betroffen“, teilte der Verband weiter mit.

An allen Standorten seien die Flughäfen in Gesprächen mit Reiseveranstaltern und Condor selbst, um die Auswirkungen für die Passagiere so gering wie möglich zu halten. „Der Flughafenverband ADV begrüßt ausdrücklich, dass Condor den Flugbetrieb trotz dieser schwierigen Situation versucht aufrechtzuerhalten.“

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Die FDP hat die Bundesregierung davor gewarnt, nach „Gutsherrenart“ alleine über einen möglichen Überbrückungskredit für die deutsche Thomas-Cook-Tochter Condor zu entscheiden. FDP-Fraktionsvize Michael Theurer sagte der Deutschen Presse-Agentur am Montag: „Für eine mögliche Rettung von Condor muss der Parlamentsvorbehalt gelten.“ Theurer sagte weiter: „Nach aktuellem Stand bin ich vorsichtig optimistisch, dass Condor als Unternehmen weiter überlebt, da es bisher schwarze Zahlen schreibt. Ein Überbrückungskredit wäre unter diesen Umständen vertretbar.“

Überbrückungskredite sind erprobtes Modell

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Die Bundesregierung hatte im August 2017 nach der Insolvenz von Air Berlin einen Kredit über 150 Millionen gewährt, um die Fluggesellschaft in der Luft zu halten und die Rettungschancen zu verbessern. Der Kredit ist inzwischen komplett zurückgezahlt worden, wie ein Sprecher des Insolvenzverwalters vor kurzem gesagt hatte. Air Berlin gibt es allerdings nicht mehr, im Zuge der Insolvenz wurden weite Teile des Geschäfts verkauft.

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RND/dpa