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Nach Beschwerderekord 2020: Schlichtungsstelle für Verkehr muss deutlich seltener vermitteln

  • Wegen der Corona-Pandemie fallen immer noch geplante Reisen aus.
  • Gerade wegen der Rückerstattung von Kosten kommt es dabei oft zum Streit.
  • Die Schlichtungsstelle für öffentlichen Personenverkehr muss dabei aber immer seltener vermitteln.
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Berlin. Nach einem Beschwerderekord im vergangenen Jahr haben sich in den ersten sechs Monaten dieses Jahres wieder deutlich weniger Verbraucher und Verbraucherinnen an die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP) gewandt. Etwas mehr als 8300 Anträge gingen im ersten Halbjahr bei der Stelle ein, wie sie am Mittwoch mitteilte. Das waren rund 42 Prozent weniger als im selben Zeitraum des Vorjahres. Der größte Teil der eingegangenen Beschwerden entfiel mit rund 84 Prozent demnach erneut auf den Bereich Flug.

„Die Airlines haben offensichtlich das Problem der Rückerstattung der Ticketkosten nun endlich in den Griff bekommen“, teilte SÖP-Geschäftsführer Heinz Klewe mit. Angesichts des weiter geringen Reiseverkehrs und dem zunehmenden Fortschritt bei der Abarbeitung der Erstattungsanträge sei die Zahl der Beschwerden vor allem im zweiten Halbjahr deutlich gesunken.

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Viele Probleme mit der Rückerstattung von Kosten

Für das Gesamtjahr rechnet die Schlichtungsstelle mit insgesamt rund 21.000 Schlichtungsanträgen. Das wäre nur etwa die Hälfte der Gesamtzahl von Beschwerden aus dem Jahr 2020, als insgesamt rund 41.200 Schlichtungsanträge eingingen. Damals hatten sich vor allem in der zweiten Jahreshälfte ungewöhnlich viele Verbraucher an die Beschwerdestelle gewandt, weil sie aufgrund der Corona-Krise ihre Reise storniert hatten und nun Probleme mit der Rückerstattung ihres Geldes hatten.

Nach wie vor gebe es viele solcher Beschwerden, betonte die SÖP. Rund drei Viertel der Anträge standen im ersten Halbjahr 2021 im Bereich Flug demnach im Zusammenhang mit der Pandemie. Beim Bahnverkehr waren es laut SÖP mehr als ein Drittel.

Weniger Beschwerden im Öffentlichen Nahverkehr

Ein typischer Streitfall sei etwa bei Buchungen über Drittanbieter aufgetreten: „Wenden sich die Reisenden dann wegen der Erstattung der Ticketkosten an die Airline, kann es sein, dass diese mitteilt, der Betrag sei längst überwiesen“, heißt es von der SÖP. In der Regel sei das Geld von der Fluggesellschaft tatsächlich an den Drittanbieter überwiesen worden. Dieser habe das Geld aber häufig noch nicht weitergereicht.

Neben dem Flugverkehr und der Bahn kümmert sich die SÖP auch um Beschwerden beim Fernbus sowie im Öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV). Diese machen den Angaben nach aber jeweils einen deutlich kleineren Teil der Anträge aus. Beim Fernbus waren es etwa lediglich 52 Schlichtungsanträge - 69 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Zum Vergleich: Bei der Bahn waren es insgesamt 920 Beschwerden, ein Rückgang um rund 60 Prozent.

RND/dpa

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