Musk an Tesla-Mitarbeiter: “Bitte ignoriert den Aktienkurs”

  • Der E-Auto-Hersteller Tesla war an den Börsen zuletzt wertvoller als BMW und Daimler
  • Doch für CEO Elon Musk ist das offenbar zweitrangig. Er rät den beschäftigten, den Aktienkurs zu ignorieren.
  • Stattdessen sollten sie lieber reale Projekte im Blick haben - von denen ein weiteres bei Tesla große Fortschritte gemacht hat.
Anzeige
Anzeige

Shanghai. Es klingt nach einer ungewöhnlichen Denkweise für einen CEO: "Bitte ignoriert den Aktienkurs", soll Elon Musk laut dem Blog "Electrek" seinen Beschäftigten bei Tesla geraten haben. Zuletzt hatte das Papier die symbolträchtige 420-Dollar-Marke überschritten, war zeitweise mehr wert als Traditionskonzerne wie BMW und Daimler. Aus Musks Sicht alles nur Schall und Rauch - wichtiger sind für den Firmenlenker konkrete Vorhaben im Unternehmen, wie er in einer Mail die Beschäftigten betonte.

Denen verkündete Musk zugleich die nächste Erfolgsmeldung: Weniger als ein Jahr nach Baubeginn hat der US-Konzern Tesla die ersten Autos aus seinem neuen Werk in Shanghai ausgeliefert. Bei einer Zeremonie am Montag wurden 15 lokal hergestellte E-Autos vom Typ Model 3 an Mitarbeiter von Tesla übergeben.

Chinesische Fabrik Rekordzeit hochgezogen

Bemerkenswert ist das vor allem, weil die Bauzeit anderer Autofabriken oft bei mehreren Jahren liegt. Tesla hat die neue "Gigafactory" also in Rekordzeit hochgezogen worden. Baubeginn war erst im Januar 2019.

Zugleich ist das Werk für den E-Auto-Hersteller essentiell: Die Produktion in China ermöglichst es Tesla, seine Autos ohne hohe Einfuhrzölle deutlich billiger auf den größten Automarkt der Welt zu bringen. Das Werk in Shanghai soll am Ende eine Kapazität von jährlich 500 000 Autos haben. Anfänglich dürfte allerdings deutlich weniger produziert werden.

Anzeige

China ist der größte Markt für E-Autos

China verfolgt einen massiven Ausbau der Elektromobilität und ist heute schon der weltweit größte Markt für Elektrofahrzeuge. 2018 wurden in der Volksrepublik erstmals eine Million Fahrzeuge verkauft, die durch neue Energien angetrieben werden. Zuletzt entwickelte sich der Markt eher schleppend - unter anderem, weil China den Kauf von E-Autos bald nicht mehr so großzügig wie bislang bezuschussen will.

Anzeige

Trotzdem gibt es zahlreiche Kaufanreize, von denen auch Tesla profitieren dürfte. So werden Stromer bevorzugt zugelassen, Nummernschilder für Benziner werden derweil verlost oder müssen teuer ersteigert werden. Auch gibt es in Städten wie Peking ein Fahrverbot jeweils an einem Tag der Woche, das für E-Autos nicht gilt. Tesla profitiert beim Verkauf des Model 3 in China zudem künftig von einer Befreiung von der Kaufsteuer in Höhe von zehn Prozent.

Gigafactory in Deutschland soll ebenfalls schnell fertig werden

Tesla plant derzeit auch den Bau einer "Gigafactory" in Deutschland. In Grünheide (Kreis Oder-Spree) bei Berlin soll von 2021 an das Kompakt-SUV Model Y herstellt werden. Der Baubeginn für die Fabrik auf einer 300 Hektar großen Fläche soll im ersten Halbjahr 2020 sein, ein Kaufvertrag für das Fabrikgelände ist bereits unterschrieben.

RND/dpa