Nach Insolvenzantrag: Mister Minit will rund 30 Filialen schließen

  • Die Minit Service GmbH will 30 Filialen schließen.
  • Ende April hatte das unternehmen beim Amtsgericht Düsseldorf einen Insolvenzantrag gestellt.
  • Der Sachwalter sieht jedoch gute Chancen für die Fortführung der Geschäfte.
Anzeige
Anzeige

Düsseldorf. Der Reparatur- und Service-Dienstleister Mister Minit will im laufenden Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung rund 30 seiner 148 Filialen in Deutschland schließen. "Diese Maßnahme ist für den Erhalt des Unternehmens unumgänglich", sagte der für die Eigenverwaltung in das Unternehmen berufene Sanierungsexperte Christoph Enkler. Denn der Geschäftsbetrieb in seiner derzeitigen Struktur sei nicht kostendeckend aufrechtzuerhalten.

Die Minit Service GmbH hatte Ende April beim Amtsgericht Düsseldorf einen Insolvenzantrag gestellt. Das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung wurde am 1. August eröffnet. Mister Minit litt nicht nur unter der Corona-Krise. Auch schon vor der Pandemie hatte sich der Markt für Schuh-Reparaturen schlecht entwickelt. Ein Grund dafür war der Trend zu günstigen Schuhen und Sneakern, die oft nicht mehr repariert werden.

Gute Aussichten für die Fortführung des Unternehmens

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

Dennoch sieht der vom Gericht eingesetzte Sachwalter Gregor Bräuer gute Chancen für eine Fortführung des Unternehmens. "Nach den bislang erzielten Ergebnissen bin ich zuversichtlich, dass Mister Minit die Corona-Zeit überstehen wird und durch die in der Eigenverwaltung ergriffenen Maßnahmen erfolgreich saniert werden kann", betonte er am Dienstag. Im Rahmen des Sanierungsprozesses hätten mehrere Interessenten Angebote zum Erwerb des Betriebs abgegeben. Die Konzepte sähen vor, den Betrieb nach der Restrukturierung im wesentlichen weiterzuführen. Mit einem Abschluss der Verhandlungen rechnet das Unternehmen bis Ende August. Dann sollen die Ergebnisse den Gläubigergremien vorgelegt werden.

Die Minit Service GmbH beschäftigte zuletzt rund 350 Mitarbeiter. Wie aus dem im Bundesanzeiger veröffentlichten Jahresabschluss hervorgeht, machte das Unternehmen bereits im Geschäftsjahr 2018/19 bei einem Umsatz von 22,3 Millionen Euro einen Verlust von 4,2 Millionen Euro.

RND/dpa

“Staat, Sex, Amen”
Der neue Gesellschaftspodcast mit Imre Grimm und Kristian Teetz
  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen