Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

 

Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

IG Bau protestiert gegen geplante Erhöhung der Minijob­grenze auf 520 Euro

Beschäftigte auf einer Baustelle: „Keine vernünftige soziale Absicherung.“

Neuer Gegenwind für die Ampel­koalitionäre in spe: Die Industrie­gewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) warnt vor einer Erhöhung der Entgelt­obergrenze bei Minijobs, auf die sich SPD, Grüne und FDP in ihrem Sondierungs­papier geeinigt haben.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

„Wir sehen die Minijobs seit eh und je sehr kritisch. Es gibt keine vernünftige soziale Absicherung. Sie sind nicht gerade ein Baustein für eine berufliche Karriere, und es sind meistens die Jobs, die in einer Krise als erstes wegfallen“, sagte der IG-Bau-Bundes­vorsitzende Robert Feiger dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

„Zeitplan ist ein Druckmittel“: Arbeitsgruppen bei Ampel­verhandlungen im Fokus

SPD, Grüne und FDP arbeiten seit Mittwoch in 22 Arbeitsgruppen intensiv an der Regierungsbildung. Wie der Zeitplan aussieht, erklärt Markus Decker im Video.

Die drei Parteien haben in ihrem Sondierungs­papier zur Bildung einer Ampel­koalition angekündigt, die Obergrenze von monatlich 450 Euro auf 520 Euro heraufzusetzen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Feiger betonte, Minijobs seien insbesondere für Frauen häufig eine „echte Überlebensfalle“. Es seien meist Frauen, die einer sogenannten geringfügigen Beschäftigung nachgehen würden. Die Kurzarbeit, die vor den gröbsten Verwerfungen am Arbeitsmarkt in der Pandemie bewahrt habe, könne sie nicht schützen.

Mehr als sieben Millionen Minijobber in Deutschland

Die IG Bau vertritt auch die Beschäftigen in der Gebäude­reinigungs­branche. Dort sind Minijobs weit verbreitet. Mitte 2020 gab es bundesweit 7,3 Millionen Minijobberinnen und Minijobber. Davon waren etwa 1,1 Millionen in der Reinigungs­branche tätig.

Derzeit darf bei einem Minijob das monatliche Arbeitsentgelt 450 Euro nicht überschreiten. Die zulässige Anzahl der Arbeits­stunden ergibt sich aus dem jeweiligen Stundenlohn. Auch bei Minijobs gilt der gesetzliche Mindest­lohn von aktuell 9,60 Euro pro Stunde. Die Ampel­sondierer haben sich auf eine Erhöhung auf 12 Euro verständigt.

Beschäftigte mit Minijobs müssen nicht in die Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung einzahlen. Sie können sich von der Renten­versicherungs­pflicht befreien lassen. Zudem sind die Jobs steuerfrei. Arbeitgeber überweisen pauschale Beträge an die Sozial­versicherung und sie zahlen eine pauschale Steuer.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Die IG Bau lehnt die geringfügige Beschäftigung nicht prinzipiell ab. Feiger macht sich aber dafür stark, dass allgemeine Lebensrisiken wie Krankheit und Jobverlust und ein gutes Auskommen im Alter abgesichert sein müssten. Er sagte dem RND: „Es muss endlich Schluss sein mit der legalisierten Schwarzarbeit.“ Das Kapital drei im Sondierungs­papier sei mit der Überschrift „Respekt und Chancen in der modernen Arbeitswelt“ versehen. „Das kann ich bei der Ausweitung der Minijobs irgendwie nicht ganz erkennen“, so der IG-Bau-Chef.

Mehr aus Wirtschaft

 
 
 
 
 
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.