Mindestlohn steigt 2020: In diesen Berufen gibt es mehr Geld

  • Mit dem Jahreswechsel steigt auch der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland.
  • Doch nicht nur das: In mehreren Branchen steigen auch die separat ausgehandelten Lohnuntergrenzen.
  • Zum Teil zeichnen sich sich betrachtliche Gehaltssteigerungen für Geringverdiener ab.
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Zum Jahreswechsel gilt in Deutschland ein neuer gesetzlicher Mindestlohn in Höhe von 9,35 Euro - bislang lag die Lohnuntergrenze bei 9,19 Euro pro Stunde. Doch während die Schwelle - mit wenigen Ausnahmen - bundesweit greift, steigen die Gehälter in einigen Branchen noch mehr.

Denn letztendlich gibt es in Deutschland mehrere Mindestlohn-Systeme: Der gesetzliche Mindestlohn beschreibt die Lohnuntergrenze, die unabhängig vom einzelnen Beruf kaum unterschritten werden kann. Lediglich für Minderjährige, Auszubildende, Praktikanten sowie vormalige Langzeitarbeitslose gibt es zum Teil Ausnahmen.

Die Politik redet beim Mindestlohn nicht mit

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Bei allen anderen Jobs greifen die 9,35 Euro, die eine Komission aus Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Wissenschaftlern ausgehandelt haben. Diese Mindestlohnkommission ist in Deutschland weitgehend unabhängig von der Politik, sie arbeitet losgelöst von einzelnen Branchen. Die nächsten Gespräche über Erhöhungen des Mindestlohns stehen im Sommer 2020 an.

Abseits des gesetzlichen Mindestlohns gibt es auch fixe Lohnuntergrenzen in mehreren Wirtschaftsbereichen. Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände handeln diese tariflichen Mindestlöhne aus. Für alle Betriebe einer Branche werden sie erst allgemeinverbindlich, wenn das Arbeitsministerium sie auf Wunsch der Sozialpartner entsprechend einstuft. Dann gelten sie auch in Betrieben, die eigentlich nicht tarifgebunden sind.

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In diesen Branchen steigen die Mindestlöhne zum Jahreswechsel

Pädagogische Mitarbeiter in der beruflichen Aus- und Weiterbildung bekommen statt 15,72 mindestens 16,19 Euro pro Stunde (Mit Bachelor-Abschluss: 16,39 statt 15,79)

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Im Elektrohandwerk bekommen Mitarbeiter 11,90 Euro statt wie bislang mindestens 11,40 Euro pro Stunde.

Bei Gebäudereinigern steigen die Mindestlöhne je nach Tätigkeit. Wer in der Innenreinigung tätig ist, bekommt mindestens 10,80 Euro (Ostdeutschland: 10,55) pro Stunde statt wie bislang 10,56 (10,05). Bei Glas- und Fassadenreinigern steigt der Mindestlohn auf 14,10 Euro (Ostdeutschland: 13,50) von 13,82 Euro (12,83 in Ostdeutschland).

Im Pflegebereich steigen die Mindestlöhne auf 11,35 Euro (Ostdeutschland: 10,85). Bislang lagen sie bei 11,05 Euro in Westdeutschland un 10,55 in Ostdeutschland.

Bei den Geld- und Werttransporten steigen die Mindestlöhne ebenfalls - allerdings gelten für die einzelnen Bundesländer und Berufsgruppen unterschiedliche Lohnuntergrenzen. Diese steigen im Durchschnitt um 80 bis 90 Cent pro Stunde. Eine detaillierte Auflistung finden Sie hier. Noch hat das Arbeitsministerium laut Deutschem Gewerkschaftsbund (DGB) die neuen Lohnuntergrenzen aber noch nicht für allgemeinverbindlich erklärt.

In diesen Branchen gibt es ab Sommer 2020 mehr Geld

Im Maler- und Lackierhandwerk sind mehrere Steigerungen geplant. Ungelernte Arbeitnehmer bekommen ab Mai 11,10 statt 10,85 Euro pro Stunde. Gesellen in ganz Deutschland kommen auf 13,50 Euro Mindestlohn, die bisher geltenden Lohnuntergrenzen in Westdeutschland (13,30 Euro) und Ostdeutschland (12,95 Euro) werden angeglichen.

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Im Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk soll ein Mindestlohn in Höhe von 12,20 Euro gelten. Den Mindestlohn hat das Arbeitsministerium laut DGB aber noch nicht für allgemeinverbindlich erklärt.

Alle Werte beruhen auf Angaben des DGB.