Messe trotz Corona: Wie infa und Buchmesse 2020 stattfinden sollen

  • Die Messewirtschaft leidet stark unter der Corona-Pandemie.
  • Trotz aller Widrigkeiten soll die Verbrauchermesse infa Ende Oktober in Hannover stattfinden.
  • Auch die Frankfurter Messegesellschaft bereitet sich auf die Buchmesse vor.
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Hannover/Frankfurt am Main. Trotz Corona-Krise soll Deutschlands erfolgreichste Kundenmesse, die Infa, auch 2020 auf dem Messegelände in Hannover stattfinden. Die niedersächsischen Behörden haben dem ausgearbeiteten Hygienekonzept der Verbrauchermesse zugestimmt. Demnach öffnet die Messe vom 23. bis 25. Oktober.

Mund-Nasen-Schutz ist Pflicht

“Uns ist allen klar: Eine Infa 2020 wird anders aussehen als in den letzten Jahren”, sagte Carola Schwennsen, die Geschäftsführerin des Veranstalters Fachausstellungen Heckmann, gegenüber der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung.

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Die Gänge in den Messehallen würden deutlich verbreitert und es gebe eine maximale Flächenausnutzung von vier Quadratmetern pro Person sowie mehrere Desinfektionsmittelspender. Außerdem müssten sich Besucher und Aussteller zuvor registrieren und einen Mund-Nasen-Schutz tragen – außer bei Verkaufsgesprächen.

Deutsche Messe AG erwartet Minus im zweistelligen Millionenbereich

Grundsätzlich sind Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern bis Ende Oktober untersagt. Das hatten Bund und Länder Mitte Juni beschlossen. Für die Messeveranstalter sind mit diesen Einschränkungen vor allem finanzielle Belastungen verbunden: Die Deutsche Messe rechnet im laufenden Geschäftsjahr wegen der Corona-Krise mit einem Verlust im hohen zweistelligen Millionenbereich. Das sagte ein Messesprecher am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Hannover.

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Zuvor hatte die “Hannoversche Allgemeine Zeitung” unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet, dass sich ein Minus von “etwas unter 100 Millionen Euro” abzeichne. Die Fachmesse Euroblech, die ursprünglich als nächste große Messe für Ende Oktober in Hannover geplant war, wurde derweil auf März 2021 verschoben. Eine Mehrheit der Beteiligten habe sich für die Verlegung ausgesprochen, teilte der Veranstalter am Dienstag mit.

Frankfurter Buchmesse soll stattfinden

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Die Frankfurter Messegesellschaft rechnete Ende Juni hingegen mit einer schnellen wirtschaftlichen Erholung nach der Corona-Krise. “Wir wollen 2023 wieder das Umsatzniveau des Geschäftsjahres 2019 erreichen”, hatte Messe-Chef Wolfgang Marzin am Dienstag erklärt. Bereits in der zweiten Jahreshälfte 2020 werde man den Betrieb in Frankfurt sowie bei den Auslandsveranstaltungen strukturiert wieder hochfahren. Für Oktober ist die Buchmesse geplant, die mit einem besonderen Schutz- und Hygiene-Konzept stattfinden soll. Ehrengast Kanada hat jedoch seinen Auftritt um ein Jahr verschoben.

Marzin kündigte dennoch weitere Kreditaufnahmen und ein Sparprogramm an. Nach Darstellung des Aufsichtsratschefs und Frankfurter OB Peter Feldmann hat die Gesellschaft im Geschäftsjahr 2019 zusätzliche Rückstellungen von 20 Millionen Euro gebildet. Der Gewinn betrug nach endgültigen Zahlen 48 Millionen Euro bei einem Umsatz von 736 Millionen Euro.

RND/dpa/lb

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