Mehr Steuern, höhere Abgaben: Greenpeace will Fleisch teurer machen

  • Die Umweltorganisation Greenpeace hat einen Plan vorgelegt, um die Fleischerzeugung in Deutschland nachhaltiger zu gestalten.
  • Im Kern geht es um höhere Preise - die Greenpeace mit höheren Steuern und neuen Abgaben erzwingen will.
  • Zugleich sollen Landwirte Zuschüsse bekommen, um Tierhaltung nachhaltiger zu gestalten.
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Berlin. Greenpeace fordert eine Verteuerung von Fleisch und Milch aus Massenproduktion. In einer am Montag in Berlin vorgestellten Studie schlägt die Umweltorganisation die Einführung einer Tierwohlabgabe von maximal 50 Cent pro Kilo Fleisch und 1,5 Cent pro Liter Milch vor. Auch der Mehrwertsteuer-Rabatt für Fleisch soll wegfallen.

Stattdessen solle der Mehrwertsteuersatz für Fleisch- und Milchprodukte von sieben auf 19 Prozent angehoben werden, sagte Greenpeace-Landwirtschaftsexperte Martin Hofstetter. Zugleich sollten pflanzliche Produkte und pflanzliche Fleisch- und Milchalternativen günstiger werden. Der Mehrwertsteuersatz könnte für diese Produkte auf fünf Prozent sinken.

"Steuern und Abgaben sollten klare Anreize bieten, den übermäßigen Konsum klima- und umweltschädlicher Lebensmittel zu beenden", sagte der Greenpeace-Landwirtschaftsexperte. Zudem würden die Gesundheitsrisiken sinken, die durch übermäßigen Fleischkonsum entstehen. Erstellt wurde die Studie von der Denkfabrik Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft im Auftrag von Greenpeace.

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Zehn Euro mehr im Monat

Die Mehrkosten für Verbraucher blieben bei dem Szenario überschaubar. Selbst regelmäßige Fleischesser würden mit weniger als zehn Euro mehr monatlich belastet, sagte Hofstetter.

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Bei Verbrauchergruppen, die bereit seien, Fleisch- und Milchprodukte durch pflanzliche Produkte zu ersetzen, stiegen die Lebensmittelhaltungskosten dagegen nicht. "Wer Fleisch konsumiert, muss auch die Kosten der Erzeugung für Umwelt und Klima tragen", sagte Hofstetter.

Geld soll zurück an die Bauern fließen

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Allerdings soll zumindest ein Teil des Geldes nicht einfach im Staatssäckl' verschwinden. Stattdessen will Greenpeace Bauern helfen, etwa großzügigere Ställe zu bauen und mehr Weideflächen zu schaffen. "Wenn wir als Gesellschaft ein schnelles Ende der quälerischen Tierhaltung wollen, müssen wir Landwirte, die in mehr Tierwohl investieren wollen, mit öffentlichen Mitteln fördern", sagte der Greenpeace-Agrarexperte. Gerade kleine und mittlere Betriebe könnten die Mehrkosten nicht aus eigener Kraft stemmen.

Laut Greenpeace würde dem Bund eine Tierwohlabgabe jährlich bis zu 4,5 Milliarden Euro in die Kassen spülen. Damit könnten der Abbau des Tierbestands und tiergerechte Haltungsformen in landwirtschaftlichen Betrieben flächendeckend gefördert werden.

Die Kombination von Tierwohlabgabe und Steuerreform würde den Ausstoß von Klimagasen aus der Landwirtschaft um rund 8,8 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr senken. Das entspreche den Emissionen von etwa 3,5 Millionen Pkw.

Vorstoß der Landwirtschaftsministerin

Erst am Wochenende hatte Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) deutsche Verbraucher aufgefordert, mehr Geld für Lebensmittel auszugeben. Klöckner nannte es unanständig, "wenn der Handel die Kunden mit Dumpingpreisen für Fleisch in den Laden lockt, damit sie dort andere Produkte kaufen".

RND/epd/hö